WEF_FABI

Erforschung des BGE in seiner Schutzfunktion gegenüber ökologischer und sozialer Vulnerabilität
Das Water-Energy-Food Nexus & Foreign Aid Basic Income Team (WEF_FABI) geht der Frage nach, inwiefern die Einführung eines BGE dazu beitragen kann, die Resilienz sozialer und ökologischer Systeme in Entwicklungsländern zu stärken. Es soll untersucht werden, wie Gemeinden, die etwa von Landraub („Land Grabbing“) und Klimaschäden (Abholzung, Ressourcenausbeutung) bedroht sind, durch ein BGE vor ökologischer und sozialer Vulnerabilität geschützt werden können. Das Ziel ist demnach, die Zusammenhänge zwischen dem WEF-Nexus und dem BGE besser zu verstehen.

Das BGE als Instrument der Entwicklungshilfe
Gemeinden sollen durch die Einführung eines BGE derart resilient werden, dass sie ihr Grundeinkommen langfristig nicht mehr fremdfinanzieren lassen müssen (FABI), sondern aus eigenen Steuerbemessungsgrundlagen ausstatten können (eigenfinanziertes BGE). FABI (vgl. Bernhard Neumärkers Konzept des „Foreign Aid Basic Income“) wirkt dann wie eine Cash-orientierte Entwicklungshilfe. Es soll daher untersucht werden, inwiefern ein Grundeinkommen als effektives Instrument der Entwicklungshilfe eingesetzt werden kann und welche Anforderungen ein solcher Anwendungskontext an einen Grundeinkommensmechanismus stellt.

Anschubfinanzierung für WEF_FABI durch FRIAS-Exzellenzinitiative
WEF_FABI erhielt eine Anschubfinanzierung aus dem FRIAS (Freiburg Institute for Advanced Studies), das u. a. die Spitzenforschung an der Universität Freiburg fördern und internationalisieren soll.

Research Team

Prof. Dr. Bernhard Neumärker
ist Leiter des FRIBIS, Götz Werner Professor für Wirtschaftspolitik und Direktor der Abteilung für Wirtschaftspolitik und Ordnungstheorie an der Universität Freiburg. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren aus ordnungspolitischer Perspektive mit Fragen sozialer Gerechtigkeit, gesellschaftlicher Konflikte und staatlicher Reformbereitschaft. Seit einiger Zeit wendet er seine von diesen Fragestellungen ausgehenden Konzepte des „Neuen Ordoliberalismus“ (auch „Progressive Ordoliberalism“ genannt) und der „Sozialen Nachhaltigkeit“ auf das bedingungslose Grundeinkommen an. Sein Beitrag zum Water-Energy-Food [WEF] und Foreign-Aid-Basic-Income [FABI] Team besteht darin, ökologische Nachhaltigkeit und soziale Nachhaltigkeit durch die Umsetzung eines gerechten, nachhaltigen und widerstandsfähigen sozialen Entwicklungsvertrags zu verbinden. Zu diesem Zweck werden er und sein Team Experimente mit sozialen FABI-Verträgen in Namibia untersuchen. Das Hauptziel besteht darin, eine geeignete Governance-Struktur für FABI zu finden.

Prof. Dr. Michael Jacobson
ist Professor für Waldressourcen im Fachbereich für Ökosystemwissenschaften und -management an der Penn State University (USA). Er führt Lehr-, Beratungs- und Forschungsprogramme durch, die auf eine nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern und anderen natürlichen Ressourcen abzielen. Zu seinen Hauptaktivitäten und Interessen gehören Forstwirtschaft und Finanzen, Agroforstwirtschaft, Bioenergie und der Zusammenhang zwischen Wasser, Energie und Lebensmitteln. Er ist international stark engagiert und lehrt Forstwirtschaft, internationale Forstwirtschaft und Agroforstwirtschaft.

Prof. Dr. Reinhart Kössler
ist Soziologe und ehemaliger Direktor des Arnold-Bergstraesser-Instituts in Freiburg (2013-15), wo er seit 2012 auch als Professor für am Seminar für Wissenschaftliche Politik tätig war. Heute lebt er in Berlin und befindet sich im Ruhestand, ist aber nach wie vor politisch aktiv. ​Er war Gründungsmitglied und Redaktionsmitglied von PERIPHERIE. Zeitschrift für Politik und Ökonomie der dritten Welt (seit 1980). Seine Interessensgebiete umfassen die Sozial- und Entwicklungstheorie, politische Soziologie, Ethnizität, Erinnerungspolitik und Soziologie der Arbeit; sein regionaler Schwerpunkt ist das südliche Afrika. 2015 veröffentlichte er die Monographie Namibia and Germany. Negotiating the Past.

Dr. Elina David-Teodol
ist Junior Lecturer an der Namibia Universität für Wissenschaft und Technologie (NUST) und professionelle Gutachterin für Immobilienbewertung. Gegenwärtig absolviert sie einen Masterstudiengang in der Anwendung von Datenwissenschaft und maschinellem Lernen im Immobilienbereich, der virtuell von PropertyQuants (Philadelphia, USA) angeboten wird. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der Bewertung von Enteignungen in städtischen und kommunalen Gebieten, sozialen Fragen in städtischen und kommunalen Gebieten und der Landverwaltung. Von 2011 bis 2019 unterstützte und koordinierte sie als General-Sekretärin das Namibische Institut für Immobiliengutachten (Namibian Institute of Valuers). Im Jahr 2011 war sie Mitveranstalterin der Konferenz der African Real Estate Society (AfRES). Elina David-Teodol lebt in Windhoek, Namibia.

Tobias Jäger
hat Volkswirtschaftslehre an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg studiert und ist Team-Koordinator von „Basic Income for Peacebuilding“ (BIP). In seiner Dissertation untersucht er das Grundeinkommen in Entwicklungsländern und beschäftigt sich aus konfliktökonomischer Perspektive mit der Frage, welche Auswirkungen die Einführung ein Grundeinkommen in Entwicklungsländern haben könnte. Er lebt in Freiburg.

Prof. Dr. Elizabeth Ransom
ist Soziologin und forscht an der Schnittstelle von Landwirtschaft, Globalisierung und Entwicklungsfragen. Ein Großteil ihrer Forschung fand im südlichen und östlichen Afrika statt, wo sie sich intensiv mit Viehzuchtproduktionssystemen beschäftigte. Sie führte jedoch auch Untersuchungen in den Vereinigten Staaten und Australien durch. Thematisch konzentriert sich ihre wissenschaftliche Arbeit auf Gender und die Stärkung der Rolle der Frau sowie auf die Auswirkungen von Wissenschaft und Technologie auf unser Lebensmittelsystem. In jüngster Zeit beschäftigt sie sich verstärkt mit dem Wandel der Agrar- und Ernährungswirtschaft im Kontext von Klimawandel und Katastrophen.

Transfer Team

Elizaveta Fouksman
ist Assistenzprofessorin für Soziale Gerechtigkeit am Centre for Public Policy Research des King’s College London. Sie ist außerdem wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Oxford und der Universität Witwatersrand. Sie promovierte in Internationaler Entwicklung an der Universität Oxford und hatte Forschungsstipendien an den Universitäten Oxford, Harvard und Witwatersrand inne. Ihre Forschung konzentriert sich darauf, wie Langzeitarbeitslose in Ländern mit hoher Ungleichheit und Arbeitslosigkeit über die Zusammenhänge zwischen Zeitverwendung, Arbeit und Einkommen denken. Ein Großteil ihrer Feldforschung in Südafrika und Namibia untersucht, inwiefern solche Zusammenhänge Ansätze infrage stellen, die eine soziale Absicherung durch Mittel wie bedingungslose Geldtransfers vorschlagen oder die, noch radikaler, auf eine Dekommodifizierung der Arbeit durch Mechanismen wie eine universelle Grundeinkommensgarantie und/oder kürzere Arbeitszeiten abzielen.

Rejitha Nair
ist Anwältin, Wissenschaftlerin und Menschenrechtslehrerin aus Gujarat (Indien). Sie ist Doktorandin an der National Academy of Legal Studies and Research (NALSAR) an der University of Law (Hyderabad). Seit über sechs Jahren arbeitet sie als Assistenzprofessorin für Menschenrechte und Rechtstheorie an der Nirma University (Ahmedabad). Ihr Interesse gilt der Beziehung zwischen Rechtsinstitutionen und Armut, wobei sie sich primär auf Sozialhilfegesetze und Grundstücksrecht konzentriert. In ihrer Dissertation untersucht sie, ob das Recht und die Verfahren, die den technologiegestützten direkten Transfer von Sozialleistungen in Indien regeln, Instrumente zur Stärkung der Selbstbestimmung oder zur Ausgrenzung sind.

Sarath Davala
ist Vorsitzender von BIEN (Basic Income Earth Network) und Koordinator des indischen Netzwerks für Grundeinkommen (INBI). Er gehört zu den Autoren von Basic Income: Eine transformative Politik für Indien. Zwischen 2011 und 2014 war er Forschungsdirektor des Grundeinkommens-Pilotprojekts in Madhya Pradesh (Indien), 2019 richtete er als Gastgeber den BIEN-Weltkongress in Hyderabad aus. Er lebt in Hyderabad.

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