Das FRIBIS sucht eine studentische Hilfskraft

Das FRIBIS sucht eine studentische Hilfskraft zur Unterstützung bei der Forschung mit wirtschaftswissenschaftlichen Experimenten

Freiburg Institute for Basic Income Studies (FRIBIS) at the Faculty of Economics and Behavioural Sciences Faculty is looking for a Bachelor or Master Student Assistant to support the department and PhD students on the preparation and execution ofeconomic lab experiments on the theme of basic income and social contracting.

We are ideally looking for someone who is able to work in the position for at least 6 months, preferably longer.

Responsibilities:

  • Coding economic lab experiments in Z-Tree (and possibly other software such as Lioness). Z-Tree is a widely used software package created for developing and executing economic laboratory experiments. You can find more information on ZTree here: https://www.ztree.uzh.ch/en.html
  • Assisting in the planning, organization, and conduction of experimental sessions including recruiting participants, online marketing, and data bank administration
  • Problem-solving and providing support to IT and technical problems
  • (Potentially) providing support in preparation of teaching material.

Your profile:

  • Good English language. German is a bonus
  • Good computer skills
  • Ability to quickly learn new software
  • Problem-solving and creating thinking
  • Independence and initiative
  • You enjoy working in an intercultural and interdisciplinary team

Desired:

  • Previous experience in coding, or with Z-Tree, O-Tree or Lioness are all desirable but not necessary. We expect that you will be able to learn on the job and become an expert on Z-Tree to support our team
  • Economics or IT student.

If you are interested in pursuing further studies or writing your thesis at the Götz Werner Chair of Economic Policy and Constitutional Economic Theory under Professor Bernhard Neumärker on themes of basic income, experimental and behavioural economics, or social contracting, this is a good opportunity to work closely with researchers on this topic. Through this role, you can develop the skills to design and execute your own experiments in the contexts of your class work or thesis.

Work Conditions:

  • From 40 up to 85 hours/month
  • Flexible working hours to fit around your classes and other commitments
  • Independent working conditions with regular check-ins and support from supervisors
  • International team
  • Position is available for 3 to 6 months, with possibility of extension.

Please send your application documents include a short, self-written motivation letter, resume, copy of your academic records and a certificate of enrollment, as well as any other relevant certificates or documents. Please include your expected date of graduation.

We will be particularly pleased to receive applications from women for the position advertised here.

Application

Please send your application in English including supporting documents mentioned above, citing the reference number 00003891, by 11.08.2024 at the latest. For further information, please click here.

WEF-FABI Online Seminar Series: Ubuntu, Social Contracts, UBI, WEF-Nexus, Social Protection, and Empirical Research

Zusammen mit der UNAM veranstaltet das WEF_FABI Team eine Seminarreihe (online) über UBUNTU, Sozialverträge, Grundeinkommen, Wasser-Energie-Nahrung-Nexus, soziale Absicherung und empirische Forschung. Los geht es ab dem 21.03.2024. Mit verschiedenen Gästen wird die Reihe einen Pfad der Verbindungen und Unterschiede zwischen diesen Themen schaffen und fragen, wie ihre Elemente zusammenpassen. Wir möchten untersuchen, wie Ubuntu in sozialen Experimenten verwendet werden kann. Schließlich wollen wir die Workshop-Ergebnisse in gemeinsame Arbeiten (z. B. gemeinsamen Aufsätze oder Feldstudien) integriert.

“”Ubuntu” is a bond of unity amongst the people of Africa” (Asike 2016, S. 7). In diesem Sinne ist Ubuntu eine Philosophie, die Normen und Regeln rechtfertigt. Das hat Sie mit der Sozialvertragstheorie gemeinsam. In unserer Reihe werden wir verschiedenen Fragen folgen, die diese beiden Denktraditionen verbinden: Was sind die Hauptpositionen in diesen philosophischen Traditionen? Was sind die Ähnlichkeiten/Unterschiede zwischen Ubuntu und der Sozialvertragstheorie? Wie können die gemeinsamen Merkmale der beiden verbunden werden? Wir werden dann philosophische Erkenntnisse über die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens aufgreifen und die verschiedenen Stränge weiter mit möglichen Auswirkungen auf sozialpolitische Interaktionen verknüpfen. Wir betrachten die Abwägungen zwischen verschiedenen Maßnahmen der sozialen Sicherung und schärfen unser Bewusstsein für den Nexus aus Wasser, Energie und Nahrung. Schließlich werden wir sehen, wie wir empirische Methoden zur normativen Rechtfertigung von Politiken verwenden und dazu beitragen können, Abwägungen zu lösen.

Wenn Sie an einem Workshop interessiert sind, sehen Sie sich die Termine unten an und melden Sie sich über das Anmeldeformular auf der Workshop-Veranstaltungsseite an. Die Teilnahme an den Präsentationen ist ohne Anmeldung möglich. Sie können dazu den in der Veranstaltung angegebenen Zoom-Link verwenden.

Programm

Alle Veranstaltungen finden von 14:00 – 16:00 Uhr (CAT) statt.

Präsentationen

21/03/2024       I’m Because We’re: Understanding the African Ubuntu Philosophy
Robert Senath Esuruku (University of Makerere, Kampala)

28/03/2024       Social Contract
Bernhard Neumärker (University of Freiburg)

04/04/2024       Universal Basic Income
Jurgen De Wispelaere (University of Bath)

11/04/2024       Water-Energy-Food Nexus
Mike Jacobson (Penn State University)

18/04/2024       Social Protection
Leo de Haan (International School of Social Studies, The Hague)
AF Kamanzi (University of Namibia)

25/04/2024       Empirical Normative Research
Tobias Jäger (University of Freiburg)

Workshops

02/05/2024       Debating Connections: Bringing the Different Ideas Together

09/05/2024       Different Philosophical Traditions: What Can We Learn for Social Policy?

Zwei neue Bände in der FRIBIS-Reihe: Studien des Freiburger Instituts für Grundeinkommensstudien

In der Reihe “Studien des Freiburger Instituts für Grundeinkommensstudien” sind soeben zwei neue Bände beim LIT Verlag erschienen:

Band 2

Lüdemann, Neumärker, Schachtschneider (Hg.): Grundeinkommen braucht Europa – Europa braucht Grundeinkommen, LIT Verlag Dr. W. Hopf Berlin 2023.

Erhältlich über den LIT Verlag: https://www.lit-verlag.de/isbn/978-3-643-15431-6

In diesem neuen Sammelband des Freiburger Instituts zur Erforschung des Grundeinkommens wird das BGE als eine solidarische, möglichst unbürokratische Existenzsicherung für alle Europäerinnen und Europäer untersucht. Die Autor*innen widmen sich aus verschiedenen Perspektiven und Disziplinen der Frage, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen eine potenzielle soziale Säule sein könnte, die Disparitäten bei der ökonomischen Leistungsfähigkeit zwischen den Mitgliedstaaten auszugleichen. Sowohl als Printausgabe und auch eBook Download verfügbar!

Band 3

Sammelband zur 2. FRIBIS Jahrestagung: Neumärker, Schulz (Hg.): Basic Income and Development, LIT Verlag GmbH & Co. KG Wien 2023.

Erhältlich über den LIT Verlag: https://www.lit-verlag.de/isbn/978-3-643-91641-9

Auch im Anschluss der zweiten FRIBIS-Jahrestagung im Oktober 2022 ist ein Sammelband entstanden, in dem die Beiträge des Tagungsthemas „Basic Income and Development“ präsentiert werden. Die Beiträge der Autor*innen befassen sich aus internationaler und interdisziplinärer Perspektive mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen im Kontext von Fragen zum Thema Development. Sowohl als Printausgabe und auch eBook Download verfügbar!

Eine Übersicht über alle bisherigen veröffentlichten Bände finden Sie hier.

Interessierte Bibliotheken und Institute können sich bei Interesse und Fragen auch an Jessica Schulz, Publikationsmanagament FRIBIS jessica.schulz@fribis.uni-freiburg.de wenden.

Vortragsreise vom 7. bis 10. November 2023: “Bedingungsloses Grundeinkommen – eine Utopie gut durchgerechnet”

Zwischen 7. und 10. November 2023 reisen Prof. Dr. Bernhard Neumärker (Ökonom) und Daniel Weißbrodt (Germanist & Autor) durch Thüringen, um die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens vorzustellen. Häufig wird gegen die Idee eines Grundeinkommens das Argument ins Feld geführt, seine flächendeckende Einführung sei zu teuer. Bernhard Neumärker und Daniel Weißbrodt lassen diesen Einwand nicht gelten. Ihre eigenen Kalkulationen präsentieren sie im Rahmen von Vorträgen unter dem Titel „Bedingungsloses Grundeinkommen – eine Utopie gut durchgerechnet“.

Die Vortragstermine sind:

  • Nordhausen, Dienstag, 07. November 2023, 18 Uhr im Lesesaal der Stadtbibliothek, Nikolaiplatz 1
  • Weimar, Mittwoch, 08. November 2023, 19 Uhr im Gewölbekeller der Stadtbibliothek, Steubenstraße 1
  • Suhl, Donnerstag, 09. November 2023, 19 Uhr in der Kulturbaustelle, Friedrich-König-Straße 35
  • Eisenach, Freitag, 10. November 2023, 19 Uhr im Gedankentheater, Theaterplatz 2

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Interview mit Toru Yamamori (Doshisha University) aus dem Gender-Team zu seinem Aufenthalt in Freiburg

Im Rahmen seines Gastaufenthalts am FRIBIS präsentierte Professor Toru Yamamori an einem sonnigen Dienstagnachmittag in Freiburg sein Paper Is a penny a month a basic income? A historiography of a threshold in basic income den Mitgliedern des FRIBIS sowie externen interessieten Hörer*innen. Der Professor für Ökonomie der Doshisha Universität in Kyoto gewann mit diesem Paper bereits zum wiederholten Mal den Essay-Preis der renommierten Zeitschrift Basic Income Studies.

Als Co-Chair der BIEN-Arbeitsgruppe zur Klarheit von Grundeinkommensdefinitionen stellte Toru Yamamori die Frage, ob eine Schwelle für ein Grundeinkommen in der Definition des Grundeinkommens enthalten sein müsse und gab einen Überblick über die Entwicklung von impliziten und expliziten Definitionen eines Grundeinkommens. Auf den Vortrag mit dem gütiger Weise an das deutsche Publikum angepassten Titel „Is a cent a month ein Grundeinkommen?“ folgte eine lebendige Diskussion, die sich beim anschließenden gemeinsamen Abendessen fortsetzte. Wir bedanken uns bei Professor Toru Yamamori für seinen anregenden Vortrag, die fachlich spannenden und zugleich netten Gespräche während seines Aufenthalts und seine Arbeit für das FRIBIS-Gender-Team, welches sich nach Jahren der Online-Meetings endlich in Teilen persönlich treffen konnte.

Wie war dein Aufenthalt in Freiburg/bei FRIBIS?

Es war wirklich toll. Ich bin schon seit einigen Jahren im UBI- und Gender-Forschungsteam und kenne Jessica und Clem schon seit ein paar Jahren, aber das war das erste Mal, dass wir uns persönlich treffen konnten. Auch Prof. Neumärker (Leitung) und die Kolleg*innen am FRIBIS sind freundlich und gaben mir das Gefühl, an einer Heimatinstitution zu sein.

Was hat dich überrascht bzw. was hast du für Reaktionen auf deinen Vortrag erwartet?

Die Leute haben meinem Vortrag aufmerksam zugehört und mir wichtiges Feedback gegeben. Es ist schade, dass ich nicht länger bleiben konnte, um mich noch mehr auszutauschen. Ich würde gerne wieder nach Freiburg kommen.

Rückblick auf den Science Talk im Liefmann-Haus

Viele der drängendsten Probleme unserer Zeit, ob Klimawandel, Inflation oder demographischer Wandel, haben einen ökonomischen Bezug. Welche Lösungsansätze die aktuelle ökonomische Forschung bieten kann, diskutierten Dr. Denisa Sologon (Luxembourg Institute of Socio-Economic Research), Dr. Tanja Kirn, Ass.-Prof. (Universität Liechtenstein) sowie Prof. Dr. Bernhard Neumärker (Götz-Werner-Professur für Wirtschaftspolitik und Ordnungstheorie der Universität Freiburg/FRIBIS) bei einem Science Talk im historischen Liefmann-Haus der Universität Freiburg.

Im interaktiven Austausch wurden mögliche Ansätze diskutiert, die unerwünschte Auswirkungen der oben genannten Problemfelder abmildern sollen. So beleuchtete Dr. Sologon die Auswirkungen der Inflation innerhalb Europas und wies darauf hin, dass die Inflationsrate für untere Einkommensgruppen höher ist, da sie einen größeren Teil ihres Einkommens konsumieren. Dieser regressive Effekt, d.h. die höhere Belastung von Haushalten mit geringerem Einkommen, ist auch bei der CO2-Steuer zu beobachten. Dieser Effekt könne abgemildert oder aufgehoben werden, wenn die daraus resultierenden Steuereinnahmen durch ein so genanntes partielles Grundeinkommen wieder an die Bevölkerung zurückgegeben würden, so Prof. Neumärker. Dr. Tanja Kirn zog eine Parallele zu den Auswirkungen steigender Gesundheitskosten in der Schweiz und in Liechtenstein. Auch hier zeige sich eine regressive Belastungswirkung. Eine Abkehr vom Konzept der Einheitsprämie würde jedoch einen Systemwechsel bedeuten.

Um politisch tragfähige und wirtschaftlich nachhaltige Lösungen zu finden, sind detaillierte Mikrosimulationsanalysen notwendig – ein Forschungsgebiet, in dem alle beteiligten Forschenden aktiv sind. Das neue Erasmus+ Forschungsprojekt ecoMOD (Project: 2023-1-LI01-KA220-HED-000157594), an dem Prof. Dr. Neumärker von der Universität Freiburg/FRIBIS als Projektpartner beteiligt ist, hat sich zum Ziel gesetzt, bestehende Modelle weiterzuentwickeln und die Analysefähigkeiten von Nachwuchswissenschaftlern und Studierenden zu stärken. Die Veranstaltung fand im Rahmen der ERASMUS Days statt, die europaweit auf die Aktivitäten der von der Europäischen Kommission kofinanzierten ERASMUS+ Projekte aufmerksam machen.

FRIBIS-Workshop vom 20. bis 22. September 2023: „Das bedingungslose Grundeinkommen als ökonomisches Narrativ?“

Die Rede vom bedingungslosen Grundeinkommen als einem ,Narrativ‘ ist in Wissenschaft und Medien weit verbreitet – doch was ist damit eigentlich gemeint? Welche Grundeinkommens-‚Narrative‘ gibt es, und wie gehen sie mit anderen ‚Narrativen‘ – etwa dem der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit – Hand in Hand? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen ,Narrativen‘ und der Wirtschaft?

Die Teilnehmenden

Die Vortragenden sind renommierte und junge Forschende aus der Ökonomik, Soziologie, Politologie, Philosophie, Literatur- und Medien-/Kulturwissenschaft. Ziel dieser interdisziplinären Zusammensetzung ist es, den außerordentlich vielfältigen Verbindungen zwischen Grundeinkommensidee und Narrativbegriff nachzugehen und dabei die Expertise unterschiedlicher Fachrichtungen in einen fruchtbaren Austausch zu bringen (Programm als PDF).

  • Prof. Dr. Ute Fischer (Fachhochschule Dortmund)
  • Dr. Oliver Fohrmann (Münster School of Business)
  • Adrienne Goehler (Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit Potsdam)
  • Leon Hartmann, M. A. (Universität Freiburg – FRIBIS)
  • Gudrun Kaufmann, Dipl.-Vw. (Universität Freiburg – FRIBIS)
  • Prof. Dr. Sebastian Kaufmann (Universität Freiburg)
  • Prof. Dr. Albrecht Koschorke (Universität Konstanz)
  • PD Dr. Robert Krause (Universität Freiburg – FRIBIS)
  • Prof. Dr. Michael Müller (Hochschule der Medien Stuttgart)
  • Prof. Dr. Walter Ötsch (Hochschule für Gesellschaftsgestaltung Koblenz)
  • Stefanie Populorum, M.A. (Ruthgers School of Arts and Science New Brunswick, NJ)
  • Prof. Dr. Michael Roos (Ruhr Universität Bochum)
  • Prof. Dr. Oliver Schlaudt (Hochschule für Gesellschaftsgestaltung Koblenz)
  • Dr. Brüne Schloen (Wilstedt)
  • Prof. Dr. Jürgen Schupp (FU Berlin & Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Berlin)
  • Prof. Dr. Andreas Urs Sommer (Universität Freiburg)

Die Veranstaltung findet in einem nicht-öffentlichen Rahmen statt.

Internationales Forschungsprojekt “ecoMOD” entwickelt Politikoptionen für eine resiliente Gesellschaft

Ab Herbst 2023 startet das internationale Forschungsprojekt ecoMOD, das von der FRIBIS Mitarbeiterin Dr. Tanja Kirn koordiniert wird. Ziel ist es, Politikoptionen für eine resiliente Gesellschaft zu evaluieren. Schwerpunkte sind hierbei die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Alterssicherung, die Ursachen von Armut und Ungleichheit sowie die Möglichkeiten der Rückerstattung von CO₂-Steuereinnahmen.

Das Forschungsprojekt wird von der Europäischen Kommission im Rahmen des Förderprogramms Erasmus+ kofinanziert. Projektpartner sind renommierte Institutionen wie das Luxembourg Institute of Socio-Economic Research (LISER/Luxemburg), die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Deutschland), die NUI Galway (Irland) sowie das FPB Brussels / KU Leuven (Belgien).

Pensionen – mit welchen Reformen auf den demografischen Wandel reagieren?

Umlagefinanzierte Alterssicherungssysteme geraten durch den demografischen Wandel unter Druck, da die Lebenserwartung steigt und immer weniger Beitragszahlende immer mehr Pensionierten gegenüberstehen. Dadurch stellt sich die Frage, welche Reformoptionen für umlagefinanzierte Altersicherungssysteme wie die gesetzliche Rentenversicherung (Deutschland) oder die Alters- und Hinterlassenschaftsversicherung (Schweiz) bestehen. Das Spektrum reicht von einer Erhöhung (Koppelung) des gesetzlichen Rentenalters (an die Lebenserwartung), einer altersabhängigen Anrechnung von Beitragsjahren und damit einer Flexibilisierung des Renteneintritts (und der Rentenhöhe), Erhöhung der Beitragssätze, Anpassung der Hinterlassenenrenten, bis hin zu einer Erhöhung der Anreize zur Erwerbstätigkeit (über das gesetzliche Rentenalter hinaus).

Das Forschungsprojekt ecoMOD analysiert, wie sich einzelne und kombinierte Reformmaßnahmen auf das zukünftige Renteneinkommen auswirken. Dabei wird auch untersucht, welchen Effekt Veränderungen in der Erwerbsbeteiligung (z. B. Erhöhung der Frauenerwerbsquote) auf das Rentensystem haben.

Armut – was sind die Hauptursachen von Armut und Ungleichheit?

Die Anzahl der dauerhaft von Armut bedrohten Menschen ist in Europa in den letzten Jahren gestiegen. Ein Grund für diese Entwicklung ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit sowie die Folgen der Finanzkrise, die zu niedrigeren Haushaltseinkommen in Europa geführt haben. Wissenschaftliche Untersuchungen deuten überdies darauf hin, dass ein Hochschulabschluss heute nicht mehr so stark vor Armut schützt wie früher. Seit der Finanzkrise spielen stattdessen die Beschäftigungsstabilität und eine gute Betreuungsmöglichkeiten für Kleinkinder eine wichtigere Rolle. Darüber hinaus scheinen kurz- und langfristige Maßnahmen zur Armutsbekämpfung, wie sie während der COVID-19-Pandemie oder der Energiepreiskrise umgesetzt wurden, an Bedeutung gewonnen zu haben.

EcoMOD möchte bereits bestehende Simulationsmodelle verbessern, die Auswirkungen von Wirtschaftskrisen auf die Einkommensverteilung abbilden. Außerdem werden die Modelle um Module aus geographischen Informationssystemen ergänzt, um regionale Muster erkennen und räumliche Wirtschaftsindikatoren entwickeln zu können.

Umwelt – wie können Einnahmen aus einer CO₂-Steuer rückvergütet werden?

CO2-Steuern gelten als der kosteneffizienteste Hebel, um zur Bekämpfung des Klimawandels Kohlenstoffemissionen zügig und umfassend zu reduzieren.  In der Regel sind CO₂-Steuern jedoch regressiv, d. h. die prozentuale Steuerbelastung nimmt mit steigendem Einkommen ab: Haushalte mit niedrigem Einkommen geben tendenziell einen höheren Anteil ihres Einkommens für emissionsintensive Güter und Dienstleistungen aus als Haushalte mit höherem Einkommen.

Dialog zwischen politischen Entscheidungsträgern, der Öffentlichkeit und der Wissenschaft

Neben der Weiterentwicklung von Lehre und Forschung besteht ein weiteres Ziel des Projekts darin,
den Dialog zwischen Politik, Öffentlichkeit und Wissenschaft zu fördern. Daher werden wir
verschiedene Informationskanäle (Print- und Online-Medien) nutzen, um über das Projekt zu
informieren. Die Zwischenergebnisse werden im Rahmen einer Konferenz im Winter 2024/25 an der
Universität Liechtenstein präsentiert. Darüber hinaus werden wir mit Abendvorträgen, Blogs und
Podcasts laufend über das Projekt informieren.

Beteiligte Wissenschaftler:innen

Prof. Dr. Bernhard Neumärker; Projektleitung Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Dr. Tanja Kirn, Ass.-Prof.; Projektkoordinatorin und Projektleitung Universtität Liechtenstein

Dr. Denisa Solognon; Projektleitung Universität Luxemburg; LISER – Luxembourg Institute of Socio-Economic Research

Prof. Cathal O’Donoghue; NUI Galway (contractual partner)

Dr. Gijs Dekkers; FPB Brussels, KU Leuven (associated partner)

Dr. Philippe Liégeois, LISER – Luxembourg Institute of Socio-Economic Research

Projekt: 2023-1-LI01-KA220-HED-000157594

Tobias Dumschat im TV-Interview bei SWR Aktuell zu Bürgergeld, Minijobs und Grundeinkommen

In der SWR-Aktuell-Sendung vom 25. August 2023 werden zwei Menschen vorgestellt, die nur mit Mühe ihre Lebenshaltungskosten bestreiten können: Der Breisacher Klaus Endres, der drei verschiedene Minijobs angenommen hat, um sich über Wasser halten zu können, und Claudia, die an einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet und Bürgergeld bezieht.

Klaus Endres trägt um zwei Uhr nachts Zeitungen aus, arbeitet am Baggersee als Ordnungshüter und putzt abends am Breisacher Bahnhof die öffentlichen Toiletten. Nach Abzug von Strom und Versicherungen bleiben ihm weniger als 600 € zum Leben. Trotzdem „besser als im Arbeitsamt hängen“, sagt er. „Es ist zwar wenig. Aber man kann über die Runden kommen.“ Claudia wiederum versteht Klaus Endres Haltung, denn die Stigmatisierung Langzeitarbeitsloser sei groß – ebenso wie die Furcht vor dem völligen sozialen Abstieg. Obwohl Mietzahlungen für sie laut eigener Aussage höchste Priorität besitzen, hat Claudia Angst vor einer drohenden Obdachlosigkeit. Auf die Frage, ob das Bürgergeld für sie als ehemalige Hartz-IV-B Bezieherin etwas ändere, lautet ihre Antwort, es sei „einfach nur ein anderes Wort“.

Die prekären Lebenssituationen von Klaus Endres und Claudia illustrieren, warum das Thema Grundeinkommen mittlerweile breit in der Gesellschaft diskutiert wird: Als sozialpolitische Maßnahmen sind geringfügige Beschäftigungsverhältnisse und Bürgergeld zweifellos verbesserungsfähig. Das bedingungslose Grundeinkommen stellt in diesem Zusammenhang eine Alternative dar, die Menschen aus toxischen Abhängigkeiten und prekären Lebensverhältnissen befreien könnte.

Tobias Dumschat, FRIBIS-Pressereferent und Koordinator des FRIBIS-Teams Care, wurde von SWR Aktuell als Experte interviewt: Ist das Bürgergeld lediglich alter Wein in neuen Schläuchen? Was ist von Minijobs zu halten? Und inwieweit könnte das Grundeinkommen für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen? Simplifizierenden Antworten auf diese komplexen Fragen erteilt Tobias Dumschat eine klare Absage. Das Interview sehen Sie ab 09:56. Den vollständigen Beitrag sehen Sie ab 03:54.