EUBIS

European Basic Income Scheme (EUBIS)

Das FRIBIS-Team EUBIS erarbeitet Vorschläge zur Ausgestaltung eines Bedingungslosen Grundeinkommens auf europäischer Ebene. Ziel ist es, die Solidarität innerhalb der Europäischen Union zu stärken und die Lebensverhältnisse in Europa anzugleichen. Der fiskalische Aufwand sowie die verteilungspolitischen Wirkungen einer gesamteuropäischen Transferleistung werden auf der Grundlage der EU-SILC-Daten (EU-SILC = European Union Statistics on Income and Living Conditions) im Rahmen eines Mikrosimulationsmodells empirisch untersucht.

Die Idee eines Bedingungslosen Grundeinkommens auf europäischer Ebene wurde 2013 von Philippe Van Parijs entwickelt. Während der Vorschlag von van Parjis darauf abzielt, die ökonomischen Gewinne der Euro-Einführung gerecht auf die beteiligten Länder zu verteilen, ist es das Ziel des hier zu formulierenden Modells, die Solidarität innerhalb der Europäischen Union zu stärken und die Lebensverhältnisse in Europa anzugleichen. Wie die Corona- und die Energiekrise gezeigt haben, sind die Länder der Europäischen Union nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in sozialer Hinsicht hochgradig interdependent. Es ist deshalb naheliegend, auch die Systeme sozialer Sicherung in einem gemeinsamen Kontext zu denken.

Ziel des Projekts EUBIS ist es, eine belastbare Projektion zu erarbeiten, die als Grundlage für die Einführung eines Europäischen Grundeinkommensmodells dienen kann.

 

Research Team

Prof. Dr. Jörg Althammer
Professor für Wirtschaftsethik und Sozialpolitik an der KU Eichstätt-Ingolstadt.

Dr. Maximilian Sommer
forscht am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Nürnberg im Team “Grundsicherungsbezug und Arbeitsmarkt “(GAMA).

FRIBIS Team Koordinator

Martin Mehl
Wiss. Mitarbeiter am Lehrstuhl von Professor Althammer.
M. Sc. Betriebswirtschaftslehre.
B.A. Sociology, Politics & Economics.

Kontakt: martin.mehl@ku.de

UBITrans

UBI and Social-Ecological Transformation (UBITrans)

Bedingungsloses Grundeinkommen und sozial-ökologische Transformation: eine passende Kombination?

Angesichts des Klimawandels, zunehmender sozialer Ungleichheit, des Aufstiegs neuer Populismen und der Ausbreitung des Coronavirus ist das Bedingungslose Grundeinkommen heute mehr denn je im Gespräch. Kann es dabei helfen, einen Ausweg aus der gegenwärtigen Situation zu bahnen, die von vielen als multidimensionale Krise des Kapitalismus erachtet wird? Könnte das Grundeinkommen die gegenwärtigen kapitalistischen Volkswirtschaften von ihrer Wachstumsabhängigkeit befreien und zu nachhaltigeren Entwicklungen führen? Oder würde ein BGE lediglich neoliberale Wachstumsbestrebungen unterstützen und die Gesellschaft weiter in Richtung eines radikalen Individualismus atomisieren?

Vorgehen und Ziele

In Anbetracht der sozialen und politischen Dringlichkeit des Themas wollen wir diese Fragen und strittigen Themen rund um das Verhältnis zwischen Bedingungslosem Grundeinkommen und sozial-ökologischer Transformation in einer Reihe von Online-Vorträgen und interaktiven Debatten behandeln. Es sollen Perspektiven aus Ökonomie, Soziologie und Psychologie sowie aus zivilgesellschaftlichen Bewegungen und der Politik integriert werden.

Wir diskutieren, in welcher Weise ein Bedingungsloses Grundeinkommen die dringend benötigte sozial-ökologische Transformation ermöglichen würde. Dabei möchten wir sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen eines Bedingungslosen Grundeinkommens ausloten, die soziale und kulturelle Transformation spätkapitalistischer Gesellschaften zu beeinflussen. Berücksichtigt wird eine Vielzahl möglicher Szenarien, von grünem Wachstum über Postwachstum bis hin zu Degrowth.

Die Online-Vortragsreihe ab Juni 2022

Die Online-Vortragsreihe, die je nach Pandemielage später möglicherweise hybrid stattfinden wird, wird voraussichtlich im Juni 2022 beginnen. Sie wird sowohl die Rolle des Staates (z.B. makroökonomische Politik, Finanzierung, Bürger-Staat-Verhältnis und Akzeptanz sozial-ökologischer Reformen) als auch die Rolle von Akteuren (Produktions- und Konsummuster) und Subjektivitäten (Habitustransformation) im Prozess der sozial-ökologischen Transformation beleuchten.

Publikationen

Ketterer, H. (2021). Living differently? A feminist-Bourdieusian analysis of the transformative power of basic income. The Sociological Review. 69(6):1309-1324. (considered for journal article of the year price in 2021; ranked as “highly commended” article)

Güntert, S., Wehner, T., Mieg, H. (2022). Volunteer work: Organizational, motivational, and cultural contexts of volunteering. Springer Briefs in Psychology. (pp. 50 Swiss militia system)

Ketterer, H. & Becker, K. (2023). Qué falla en la democracia?: un debate entre Klaus Dörre, Nancy Fraser, Stephan Lessenich y Hartmut Rosa. Barcelona: Herder, Editorial.

Schachtschneider, Ulrich 2023: Ecological Eurodividend. Ein Schritt zum Grundeinkommen in Europa. In: Lüdemann,Otto/ Neumärker, Bernhard/ Schachtschneider, Ulrich: Grundeinkommen braucht Europa – Europa braucht Grundeinkommen (Hg.) 2023

Howard, Michael W./Pinto, Jorge/ Schachtschneider, Ulrich 2023: Ecological Effects of Basic Income. In: The Palgrave International Handbook of Basic Income. Palgrave Macmillan UK. 2nd Edition 2023.
Schachtschneider,Ulrich 2023: Grundeinkommen als (große) Transformation. In: Neumärker/Schulz (Eds.): Basic Income and Development, Proceedings of the FRIBIS Annual Conference 2022

Schachtschneider,Ulrich 2022: Grundeinkommen: Ein gastliches Umfeld für Postwachstum? In: Neumärker/Schulz (Eds.): Financial Issues of a Universal Basic Income  Proceedings of the FRIBIS Annual Conference 2021

Schachtschneider,Ulrich 2021: The Ecological Euro-dividend: A Step towards Basic Income in Europe. In Green European Foundation (Ed.): European Green Perspectives on Basic Income Vol.II, 2021

UBITrans Public Seminar Lectures

17. November 2022: Mikael Malmeus - Situating Basic Income In Two Future Post Growth Scenarios

Abstract: How well a universal basic income (UBI) would fit into a post growth economy depends a lot on assumptions about the core characteristics of such an economy. Comparing UBI in a “local self-sufficiency” economy to a UBI in an “automation” economy, we show that the impact of a UBI would differ greatly between these contexts. Our analysis shows that a UBI is less compatible with a labor-intensive local self-sufficiency economy than a capital-intensive, high tech economy. We conclude that the feasibility and attractiveness of a UBI depends greatly on the specific characteristics of the economy.

12. Dezember 2022: Ina Praetorius - Freiheit in Bezogenheit lernen. Ohne BGE - Oder besser: Mit BGE

Abstract: Dass „Freiheit“ nicht die sterile Selbstbezogenheit des „homo oeconomicus“ meint, müssen wir in Zeiten des Klimakollaps sowieso lernen: Alle Menschen sind geboren, verletzlich, sterblich, abhängig von der Natur und voneinander. Das BGE wäre eine große Unterstützung in diesem notwendigen Lernprozess. Denn es nimmt die Angst um die eigene Existenz. Und es befreit dazu, neue freie Formen der Bezogenheit und der Gegenseitigkeit zu erfinden und auszuprobieren.

6. Februar 2023: Frank Schulz-Nieswandt - Sozialstaatskulturen und Sozialcharakter: Psychodynamische Grundlagen von Solidaritätsverständnissen

Abstract: Wohlwissend, dass der bundesdeutsche Sozialstaat in verschiedenen Teilbereichen unterschiedlichen Gerechtigkeitskonzepten folgt und daher in der kritischen Reflexion einer differenzierten Vorstellung von Solidarität bedarf, wird die Analyse in einem ersten Schritt zugespitzt auf die Idee der unbedingten Solidarität im Lichte anthropologisch fundierter rechtsphilosophischer Überlegungen über eine responsive Gabe, das Gegeben-Sein des Anderen, die Unbedingtheit der Würde und die relationale Autonomie. In einem zweiten Schritt werden die psychodynamischen Grundlagen einer kulturellen Grammatik des Miteinanders als Miteinanderfreiheit in Miteinanderverantwortung skizziert. Mit diesem Blick auf die Herausbildung eines prosozialen Sozialcharakters wird in einem dritten Schritt deutlich, dass eine kritische Theorie der Möglichkeit eines Gestalt-wahren Lebens in einer unwahren Welt nicht ohne Psychoanalyse der Subjektivierungsformen auskommt.

 

27. Februar 2023: Ronald Blaschke - Emanzipatorisches Grundeinkommen und Postwachstumsgesellschaft

Abstract: Am Montag, dem 27. Februar 2023, hält Ronald Blaschke einen Abendvortrag zu „Emanzipatorisches Grundeinkommen und Postwachstumsgesellschaft“. Im Vortrag soll begründet werden, warum ein emanzipatorisches Grundeinkommen eine Postwachstumsgesellschaft befördern kann. Dazu werden mehrere Thesen zur Diskussion gestellt. Eingangs erfolgen Begriffsklärungen.

20. April 2023: Alexander De Roo - Grundeinkommen - Immer wichtigerer Bestandteil grüner Politik?

Abstract: Fast alle grünen Parteien in Europa haben sich für eine Art Grundeinkommen ausgesprochen. Schon dreimal war das Grundeinkommen Bestandteil der Verhandlungen bei der Bildung einer Regierung in den Niederlanden. Der Streit um Klimapolitik und Naturschutz wird noch viele Jahre brauchen, um erfolgreich zu sein. Eine Einführung von Grundeinkommen hilft, dem zentralen Anliegen grüner Politik, da die unteren Schichten der Gesellschaft dann keinen finanziellen Stress mehr haben und sich auch grün engagieren würden. Ein aktives Werben für Grundeinkommen durch grüne Parteien ist notwendig um eine Volkspartei zu werden.

11. Mai 2023: Jurgen De Wispelaere - Basic income as an Eco-Social Policy Instrument? A Preliminary Framework and Comparative Analysis of Policy Alternatives

Abstract: For decades basic income has been hailed as an eco-friendly policy and concurrently Green Parties in Europe and elsewhere are amongst its staunchest political supporters. In recent years, basic income has come under attack from a number of policy competitors that all claim to be the real drivers of eco-social policy reform. These include: participation income, universal basic services, job guarantee programs, and forced reduction (and redistribution) of labour time through four-day work week programs. Despite a number of obvious synergies, each of these policies are typically pitched as direct competitors to the basic income proposal. The eco-social state debate has adopted a strong zero-sum approach in which we are forced to opt for one policy and ditch the others, as opposed to thinking the eco-social state as a policyscape in which a mix of different policies might be the optimal scenario. In this presentation I am more interested in exploring the comparative advantages for each of these proposals. To do so I propose to first set out a framework for the comparative analysis of competing eco-social policy proposals. Next I apply this framework briefly to examine the relative merits of basic income over its main competitors. Finally, I reflect on the need to rethink the debate on eco-social policy reform as a positive-sum game featuring a mix of various policy instruments.

19. Juni 2023: Philipp Frey - CO2 taxation for a green basic income?

Abstract:

For many years, CO2 taxation has been seen by economists who rely on market-based solutions as a key means of combating climate change. At the same time, it is well known that consumption-based taxes hit households at risk of poverty particularly hard. Thus, taxation that appears to make ecological sense threatens to become yet another inflationary driver, placing an economic burden on those who have contributed and are contributing far less to climate change than wealthy and affluent households. Against this background, the demand to redistribute the revenues from CO2 taxes as a kind of climate money enjoys great popularity. A corresponding design is intended to help reconcile social sustainability and an ecological steering effect. However, it can also be an entry project into an unconditional basic income. The lecture will illustrate the distributional effects of such a CO2 taxation to show that it represents a policy to set massive incentives in the sense of ecological sustainability and at the same time to fight poverty radically on a national, European and global level.

Research Team

Dr. Ulrich Schachtschneider
studierte Energietechnik, Soziologie and Umweltpolitik und arbeitet als Energieberater und freier Sozialwissenschaftler. Seine Forschungsinteressen sind sozial-ökologische Transformation, Nachhaltigkeit und moderne Gesellschaft, sowie Politiken des Postwachstums. Er ist Vorstandsmitglied von Unconditional Basic Income Europe (UBIE) and vertritt ein “Ökologisches Grundeinkommen“. Lebt in Oldenburg, Deutschland.

Hanna Ketterer
beschäftigt sich in ihrer Forschung mit dem transformatorischen Potential eines bedingungslosen Grundeinkommens für die kapitalistische um Erwerbsarbeit zentrierte Lebensweise. In ihrer Arbeit integriert sie Bourdieu’s Praxistheorie, feministische Perspektiven und Gabentheorie. Ihre Doktorarbeit stützt sich auf eine multi-sited ethnography zu den Alltagspraktiken von Rentier*es, Kommunard*innen und Rentner*innen. Hanna hat European Studies (BA) an der Universität Maastricht und Soziologie (MPhil) an der Universität Cambridge studiert. In der Vergangenheit hat Hanna für die Generaldirektion Beschäftigung und Soziales der Europäischen Kommission, am Zentrum für Arbeits- und Organisationswissenschaften der ETH Zürich und am DFG-Kolleg Postwachstumsgesellschaften der Universität Jena gearbeitet. Sie ist assoziiertes Mitglied des SFB Strukturwandel des Eigentums.

Dominik Schröder
ist Doktorand an der Götz-Werner-Professur der Universität Freiburg und Tutor für Wirtschaftspolitik. Sein Schwerpunkt liegt auf der Verbindung von BGE, Digitalisierung und sozial-ökologischer Transformation. Er hat im Rahmen des RES-TMO Projekts an Konzepten für eine integrierte, effiziente und nachhaltige Energieversorgung und -speicherung in der Oberrheinregion gearbeitet.

FRIBIS Team Koordinatorin

Dr. Bianca Blum
ist Post-Doc und Lehrbeauftragte am Götz-Werner-Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik und konstitutionelle Wirtschaftstheorie der Universität Freiburg in Deutschland. Ihre Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Politische Ökonomie der Nachhaltigkeit, Rebound-Effekte, empirische Methodenanwendung und experimentelles Design, Regulierung und Besteuerung sowie in der Politischen Ökonomie von Reformen. Sie arbeitete an interdisziplinären Forschungsprojekten wie dem Suslight-Projekt und dem RES_TMO-Projekt mit Schwerpunkt auf Energieeffizienzverbesserungen und Energieverbrauch.

Transfer Team

Adrienne Goehler
ist in Folge: Diplompsychologin | Präsidentin der Hochschule für bildende Künste in Hamburg | Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Berlin | Kuratorin des Hauptstadtkulturfonds | Fellow IASS Potsdam
Heute gleichzeitig: freie Publizistin und Kuratorin | Theoretikerin und Aktivistin Bedingungsloses Grundeinkommen | Initiatorin und Künstlerische Leitung ZUR NACHAHMUNG EMPFOHLEN! Wanderausstellung zu Expeditionen in Ästhetik und Nachhaltigkeit | Affiliate Fellow am IASS Potsdam.

BINC

Basic Income for Nature & Climate

Unser Team ist daran interessiert, die Zusammenhänge zwischen Grundeinkommen, Biodiversitätserhalt und Klimawandel zu untersuchen. Das Ziel ist es, einen innovativen, praktischen und skalierbaren Ansatz zu entwickeln, um die sozialen und ökologischen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel und dem Verlust der Biodiversität anzugehen.

Grundeinkommen, Klimaschutz und Biodiversitätserhalt:

Das Grundeinkommen für Natur und Klima (BINC) ist ein neuer Mechanismus zur Finanzierung von Aktivitäten zur Erhaltung der Biodiversität und zur Minderung des Klimawandels. Der BINC-Vorschlag kombiniert grundlegende Prinzipien des Grundeinkommens (BI) mit Umweltzielen und zielt darauf ab, die Biodiversität zu schützen und den Klimawandel zu mindern, während soziale Ungleichheit verringert wird. BINC bietet regelmäßige Zahlungen an Gemeinschaften in der Nähe oder innerhalb kritischer Schutz- oder Klimaregionen, um Lebensgrundlagen zu unterstützen und ihre Abhängigkeit von ausbeuterischer und nicht nachhaltiger Ressourcennutzung zu verringern. Um traditionelle Praktiken zu schützen, neue nachhaltige Nutzungen von Waldressourcen zu fördern und/oder zu incentivieren und gleichzeitig Freiheit bei der Wahl alternativer Entwicklungswege zu ermöglichen, glauben wir, dass neue Finanzmechanismen für die Bewohner dieser Regionen notwendig sind. In diesem Zusammenhang könnte das Grundeinkommen eine zentrale Rolle bei der nachhaltigen Bewirtschaftung kritischer Ökosysteme spielen.

Warum BINC? Wie funktioniert es?

BINC ist ein von Menschen geleiteter Ansatz. Es erkennt an, dass für Gerechtigkeit eine wesentlich größere Umverteilung von Ressourcen zwischen denen erforderlich ist, die historisch mehr genommen haben und mehr Schaden verursacht haben, und denen, die weiterhin unter den Ungerechtigkeiten leiden, die aus der Ausbeutung der Umwelt resultieren. Es kann als eine Form der Entschädigung für die unbezahlte Arbeit betrachtet werden, die viele ländliche Gemeinschaften den Aktivitäten widmen, die zu Schutzergebnissen auf den von ihnen kontrollierten Gebieten beitragen. Durch Reduzierung der Aufsicht, Bürokratieabbau und Umgehung von Zwischenhändlern stärkt BINC lokale Gemeinschaften und strafft die Finanzierung. Im Gegensatz zu aktuellen und populären marktbasierten Instrumenten (MBIs) ist BINC ein Instrument der sozialen Gerechtigkeit.

Ausblick: Skalierung von BINC für eine gerechte und nachhaltige Zukunft:

Obwohl BINC kein Allheilmittel ist, stellt es bei weitem den skalierbarsten Mechanismus dar, um die Polykrise des Klimawandels, des Verlusts der Biodiversität und der Ungleichheiten anzugehen. BINC ist Teil eines breiteren und umfassenderen Programms für transformativen Wandel, das auch extraktive Industrien umfasst, die auf lokale Schutzräume zugreifen, und die Schaffung verbesserter Governance-Rahmenwerke und Richtlinien, um diese Bedingungen zu ermöglichen. Diese müssen die Formalisierung von Land- und Besitzrechten für indigene Völker und lokale Gemeinschaften umfassen, da viele von ihnen auf Land leben, das bereits zu Schutzergebnissen beiträgt und/oder rechtlich geschützt und von der Umwandlung des Landes ausgeschlossen ist.

Der nächste Schritt besteht darin, aus bestehenden BINC-Projekten zu lernen und dieses Wissen zu nutzen, um BINC-Projekte an anderen Standorten und in größerem Umfang zu replizieren. Dies sollte in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern geschehen, geleitet durch transdisziplinäre Forschung, die wirtschaftliche, ökologische und soziologische Methoden integriert. Dieser Ansatz wird Erkenntnisse liefern, um Projekte anzupassen und zu verbessern, während ein skalierbares Modell und Best Practices entwickelt werden. Während wir daran arbeiten, die Finanzierung von Schutz- und Klimamaßnahmen zu transformieren, um Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zu fördern, laden wir Spender und Partner ein, sich uns anzuschließen und diesen innovativen Ansatz durch die Umsetzung von Pilotprojekten für eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft zu erproben.

Wie könnte ein globales BINC-Programm finanziert werden?

Eine zentrale Herausforderung für BINC besteht darin, nachhaltige Finanzierung zu sichern, ohne sich auf globale Umweltmärkte zu verlassen. Forscher haben geschätzt, dass die weltweite Finanzierung von BINC je nach Anzahl der Empfänger und Höhe der Zahlungen weltweit zwischen 351 Milliarden und 6,73 Billionen USD jährlich kosten würde. Diese Summen liegen bereits gut innerhalb des Rahmens dessen, was voraussichtlich benötigt wird, um den globalen Schutz und die Klimaschutzaktivitäten in Zukunft zu erweitern. Es wird geschätzt, dass zwischen 1/3 und 1/4 des gesamten Weltvermögens in Offshore-Steueroasen verborgen ist. Die globalen Subventionen für umweltschädliche Aktivitäten wie fossile Brennstoff- und konventionelle Landwirtschaftsproduktion werden auf 2,6 Billionen USD pro Jahr geschätzt. Wenn auch nur ein kleiner Teil dieser Mittel auf BINC umgeleitet würde, könnte es leicht die Umsetzung eines umfassenden internationalen Programms finanzieren. Konkrete Finanzierungsquellen für BINC wurden vorgeschlagen, wie die Verknüpfung mit Klimaschutzmaßnahmen durch das Konzept einer Waldkohlendividende oder einem von der Cap and Share Alliance vorgeschlagenen „Cap and Share“-Mechanismus.

Wie FRIBIS beiträgt:

Die BINC-Arbeitsgruppe ist eine gemeinsame Initiative zwischen FRIBIS und Forschern an der Autonomen Universität Barcelona (Spanien), der Florida International University (USA), der Universität Freiburg (Deutschland), der UIII – Indonesian International Islamic University (Indonesien), der Wageningen University (Niederlande) und der York University (Kanada) sowie der Entwicklungshilfeagentur GIZ (Deutschland) und den NGOs Cool Earth (Peru, Großbritannien), GiveDirectly (Deutschland, Großbritannien) und WCS (Kambodscha).

Weitere Forschungen werden bei FRIBIS durchgeführt, um die Machbarkeit verschiedener BINC-Pilotprojekte zu erkunden, um deren Auswirkungen auf Lebensgrundlagen und Natur zu testen. FRIBIS bietet wissenschaftliche Expertise, finanzielle Unterstützung und erleichtert die Interessenvertretung und politischen Dialoge des vorgeschlagenen Grundeinkommensschemas auf internationaler Ebene. Das langfristige Ziel unseres Teams ist die Umsetzung eines mehrjährigen BINC-Projekts in großer Skalierung unter Nutzung der Expertise der Mitglieder, die unsere Gruppe bilden.

Mehr von BINC:

  • BINC one-pager (identisch mit dem Text oben, auf Englisch)
  • BINC policy brief
  • BINC policy paper
  • Publikation: Towards transformative justice in conservation finance: The case for Basic Income for Nature and Climate (BINC)
    By: Robert Fletcher, Georg Buchholz, Emiel de Lange; Isabel Felandro, Hanne Hotz, Ariana Kelman, Munib Khanyari, Lee Mcloughlin, Sonny Mumbunan, Bernhard Neumarker, Omar Saif, Martin Simonneau, Jim Stinson, Jocelyne Sze, Ben West
    In: Policy Matters 24 (2025), 190 – 199.

Mehr über „Grundeinkommen für Natur und Klima“ erfahren Sie hier:

First Basic Income for Nature and Climate report here [videos, available in Indonesian only].

FRIBIS Team Koordinator

Dr. Marcel Franke studierte Volkswirtschaftslehre an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Er ist zudem im FRIBIS-Team „Grundeinkommen für Friedensförderung“ aktiv. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf dem bedingungslosen Grundeinkommen und der Staatsphilosophie, insbesondere der „Konstitutionellen Ökonomik“ und der „Ökonomik der sozialen Gerechtigkeit“.
Kontakt: marcel.franke@vwl.uni-freiburg.de

Research Team

Dr. Sonny Mumbunan ist Ökonom am Forschungszentrum für Klimawandel der Universität Indonesien (RCCC UI). Er ist der Gründer des Basic Income Lab unter RCCC UI, einem neuen Labor, das die wissenschaftliche Diskussion über Grundeinkommen für Natur und Klima in Indonesien vorantreibt. Sonny ist zudem Senior Economist beim World Resources Institute (WRI) Indonesien, wo er die Länderarbeit für die “New Climate Economics” koordiniert. Er schrieb seine Dissertation am Department für Wirtschaftswissenschaften des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und erwarb seinen Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften (Dr.rer.pol.) an der Universität Leipzig, Deutschland. Sonny lebt in Jakarta, Indonesien, und ist aktives Mitglied der International Society for Ecological Economics (ISEE) und der Indonesian Academy of Young Scientists (ALMI).
Er lebt in Jakarta, Indonesien.
Jocelyne Sze (sie/ihr) ist Postdoktorandin am Institut für Umweltwissenschaften und -technologie der Autonomen Universität Barcelona, Spanien (ICTA-UAB). Sie arbeitet hauptsächlich daran, wie Geodaten im Naturschutz eingesetzt werden und an den Beziehungen zwischen indigenen Völkern und Naturschutz. Zudem interessiert sie sich für Postwachstum und Konzepte des geselligen Naturschutzes, wie das Grundeinkommen für Natur und Klima. Ihr übergeordnetes Interesse liegt darin, gerechte und effektive Naturschutzpraktiken und -politiken voranzutreiben.
Emiel de Lange ist technischer Berater für den Conservation Impact beim Programm der Wildlife Conservation Society (WCS) in Kambodscha. Er leitet das Knowledge & Research-Team, das Forschungsaktivitäten zur Unterstützung des WCS-Programms in Kambodscha durchführt und unterstützt. Dabei arbeitet er eng mit akademischen Partnern, Gemeinschaften und der Zivilgesellschaft zusammen. Ein besonderer Fokus liegt auf dem REDD+ Programm des Keo Seima Naturschutzgebiets, wo er mit den Bunong-Indigenen an der Entwicklung von ansatzweisen Ansätzen zum Schutz der Biodiversität arbeitet. BINC ist ein Ansatz unter anderen, der dabei untersucht wird. Er absolvierte sein Doktoratsstudium an der University of Edinburgh, Großbritannien, und lebt jetzt in Phnom Penh, Kambodscha.
Omar Saif ist Postdoktorand bei der Wildlife Conservation Society in Kambodscha. Omars Forschung befasst sich damit, wie man die Naturschutzpraxis durch direkte Zusammenarbeit mit Organisationen sozial gerechter gestalten kann. Seine derzeitige Rolle konzentriert sich darauf, Defizite in der Konzeptualisierung und Gestaltung von Vorteilsausgleichsmechanismen in Kohlenstoffprojekten anzugehen. In seiner Promotion untersuchte er die politische Landschaft des Biodiversitätsschutzes in Nepal, wobei er sich auf die Barrieren und Herausforderungen konzentrierte, die der Integration verschiedenartiger Stimmen und alternativer Praktiken in organisatorischen Strukturen entgegenstehen. Unter der Anwendung eines feministischen politökologischen Ansatzes konzentriert er sich im Wesentlichen auf Theorien des Vertrauens, der Macht und der Gerechtigkeit, mit dem Wunsch, gegenkapitalistische und dekoloniale Formen des Naturschutzes zu fördern.
Bernhard Neumärker ist Leiter des FRIBIS und der Götz Werner Professor für Wirtschaftspolitik und Direktor der Abteilung für Wirtschaftspolitik und Ordnungstheorie an der Universität Freiburg. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren aus ordnungspolitischer Perspektive mit Fragen sozialer Gerechtigkeit, gesellschaftlicher Konflikte und staatlicher Reformbereitschaft. Seit einiger Zeit wendet er seine von diesen Fragestellungen ausgehenden Konzepte des „Neuen Ordoliberalismus“ (auch „Progressive Ordoliberalism“ genannt) und der „Sozialen Nachhaltigkeit“ auf das bedingungslose Grundeinkommen an. Lebt in Freiburg i.Br., Deutschland.

Transfer Team

Georg Buchholz ist Teamleiter des GIZ-Programms Internationale Waldpolitik in Eschborn, Deutschland, und unterstützt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in allen Belangen der internationalen Waldpolitik. Zuvor arbeitete er über 25 Jahre in Asien im Bereich Forstwirtschaft und Naturschutz. Seine letzte Aufgabe war das Wald- und Klimaschutzprogramm (FORCLIME) in Indonesien, das von der GIZ und dem indonesischen Ministerium für Umwelt und Forstwirtschaft umgesetzt wurde. Dabei unterstützte er die Politikentwicklung zu Wald und Klimawandel auf nationaler und subnationaler Ebene, einschließlich öffentlicher Finanzierungsmöglichkeiten zur Reduzierung von Emissionen aus Entwaldung und Waldschädigung (REDD+) und Naturschutz. Während dieser Zeit entstand in einem gemeinsamen Einsatz mit Dr. Sonny Mumbunan die Idee von BINC bei einem Besuch in West-Papua. Er absolvierte sein Studium an der Fakultät für Forstwissenschaften in Freiburg, Deutschland, ist aktives Mitglied des Basic Income Earth Network (BIEN) und des Deutschen Forstvereins und lebt nun in Freiburg, Deutschland.
Martin Simonneau ist Advocacy-Leiter bei Cool Earth und verantwortlich für die Förderung des innovativen Ansatzes der Organisation zum Waldschutz. Cool Earth ist eine internationale NGO, die Menschen, die in Regenwäldern leben, unterstützt, um den Verlust der Biodiversität und den Klimawandel zu bekämpfen. Seit 2008 übermittelt sie bedingungslose Geldtransfers direkt an Menschen und Gemeinschaften und startete 2023 das erste BINC-Pilotprojekt mit indigenen Völkern im peruanischen Amazonasgebiet. Er lebt in Oxford, Großbritannien.
Hannes Hotz ist Berater für internationale Waldpolitik bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Eschborn. Fast neun Jahre lang arbeitete er in Peru an Themen der Waldsteuerung und nachhaltigen Waldbewirtschaftung, sowohl für die GIZ als auch für das Global Green Growth Institute (GGGI). Er war zudem Forschungsanalyst am Deutschen Institut für Entwicklung und Nachhaltigkeit (IDOS) in Bonn und beim Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) in Berlin. Er ist Alumnus des Postgraduiertenprogramms für Nachhaltigkeitskooperation des IDOS. Er hat einen B.Sc. in International Forest Ecosystem Management von der Hochschule Eberswalde und einen M.Sc. in Environmental Sciences von der Universität Wageningen. Er lebt in Freiburg.
GiveDirectly ist eine Wohltätigkeitsorganisation mit Sitz in New York City, die ein elektronisches Zahlungssystem nutzt, um Armut zu bekämpfen, indem sie direkte Geldtransfers an Bedürftige leistet. Seitdem wird es teilweise von prominenten Spendern finanziert. Im Kontext der Diskussion über ein universelles Grundeinkommen hat GiveDirectly eine groß angelegte Feldstudie angekündigt, die internationale Aufmerksamkeit erregt hat.

Assoziierte Mitglieder

Lee Mcloughlin ist derzeit Doktorand am Department of Global Sociocultural Studies der Florida International University. Nach einem Jahrzehnt in Mittelamerika, wo er sich mit der Verbesserung des Managements von Schutzgebieten, dem Schutz der biologischen Vielfalt und den Lebensgrundlagen von Gemeinschaften beschäftigte, kehrte Lee in die Wissenschaft zurück. Er arbeitete mit lokalen und internationalen NGOs zusammen. In der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts widmete sich Lee auch der Förderung und Kommunikation der Bedeutung der „Fünf großen Wälder“ von Mesoamerika für regionale und globale Zielgruppen. Seine Forschung untersucht die Dynamiken von Territorialität und Dekolonisierung im biokulturellen Gefüge von Süd-Belize, mit einem breiteren Interesse an aufkommenden dekolonialen Ansätzen zum Schutz der Biodiversität.
Robert Fletcher ist außerordentlicher Professor in der Gruppe Soziologie von Entwicklung und Wandel an der Universität Wageningen in den Niederlanden. Er ist Umweltanthropologe mit Forschungsinteressen in den Bereichen Naturschutz, Entwicklung, Ökotourismus, Globalisierung, Klimawandel, soziale und Widerstandsbewegungen sowie nichtstaatliche Formen der Regierungsführung. Er verwendet einen Ansatz der politischen Ökologie, um zu erforschen, wie kulturspezifische Auffassungen von Mensch-Nicht-Mensch-Beziehungen und politisch-ökonomische Strukturen ineinandergreifen und Muster der Nutzung natürlicher Ressourcen und Konflikte beeinflussen. Unter anderem ist er Autor von Romancing the Wild: Cultural Dimensions of Ecotourism (Duke University, 2014) und Failing Forward: The Rise and Fall of Neoliberal Conservation (U of California, 2023) und Mitautor von The Conservation Revolution: Radical Ideas for Saving Nature beyond the Anthropocene (Verso, 2020).

Basisgeld

Basisgeld

Das FRIBIS-Team „Basisgeld“ bringt Wissenschaft, Politik und Praxis zusammen. Wir beschäftigen uns mit den Rahmenbedingungen eines partiellen bedingungslosen Grundeinkommen (Basisgeld) in Deutschland. Dazu gehören auch die Themen Kindergrundsicherung, Weiterbildungsgeld, Zwischenverdienst (Schweiz), Varianten von Transferentzugsraten beim Bürgergeld und Zufallsexperimente mit dem Grundeinkommen. Wir analysieren aktuelle Studien zu Reformelementen (z. B. Mikrosimulationsstudien), Gesetzesentwürfe der Ampelkoalition und internationale Erfahrungen. Ergebnisse dieser Arbeit werden als FRIBIS Discussion Paper und Policy Paper veröffentlicht und an Entscheider kommuniziert.

17. Oktober 2024: Basisgeld-Teammitglied im Bundestag: Bundestagsabgeordneter Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, Mitglied des FRIBIS Basisgeld-Teams, erörtert das Konzept des GWP-Gastprofessors und Basisgeld-Teamleiters Prof. Alexander Spermann.

Research Team

Prof. Dr. Alexander Spermann
Prof. Dr. habil. Alexander Spermann ist Volkswirt mit eigenem YouTube-Kanal. Er lehrt an der FOM Hochschule für Erwerbstätige in Köln und an der Universität Freiburg. Er hat in Führungspositionen in internationalen Wirtschaftsforschungsinstituten (ZEW Mannheim, IZA Bonn) und als Top-Manager in einem internationalen Personaldienstleistungskonzern (Randstad) gearbeitet. Er hat über 100 Fachartikel sowie mehrere Fachbücher veröffentlicht. Spermann ist GLO Research Fellow und gehörte als IZA-Direktor nach dem FAZ-Ökonomenranking 2016 aufgrund seiner Medien- und Forschungsarbeit zu den 100 einflussreichsten Ökonomen in Deutschland. Er leitet das Forschungsteam „Basisgeld“ am FRIBIS.

Prof. Dr. Ute Fischer
ist Professorin für Sozial- und Politikwissenschaften an der Fachhochschule Dortmund. Spezialgebiet Sozialpolitik. Forscht und lehrt zu Gender, Care, Arbeit, Armut, Bürgerschaftlichem Engagement, Lebenssinn, Demokratieentwicklung, qualitative Forschungsmethoden. Hat die Initiative „Freiheit statt Vollbeschäftigung“ 2003 mitbegründet und ist seitdem mit Vorträgen und Publikationen zum BGE aktiv. Mitglied im Beirat des Netzwerks Grundeinkommen.
Lebt in Unna.

Dr. Stefan Bach
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Staat im DIW Berlin. Seine Forschungs- und Beratungsschwerpunkte sind empirische Finanzwissenschaft, insbesondere Besteuerung, Sozialpolitik, Einkommens- und Vermögensverteilung sowie die Entwicklung von Mikrosimulationsmodellen zur Besteuerung und zur Sozialpolitik. Zu diesen Themen hat er zahlreiche Forschungs- und Beratungsprojekte geleitet. In den letzten Jahren führte Stefan Bach verschiedene Projekte zur Vermögensbesteuerung, zur Rentenreform und zur gesamten Steuerlastverteilung in Deutschland durch.

FRIBIS Team Koordinator

Jette Weinel
studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Freiburg und absolviert derzeit ihr Masterstudium in ‚Applied Economics‘ an der Universität Wien.
Ihr Forschungsschwerpunkt an der Götz-Werner Professur sind die Auswirkungen des Bedingungslosen Grundeinkommens auf die Nutzenfunktion und das Steueraufkommen.

Transfer Team

Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn
Volkswirt, Promotion und Habilitation an der Goethe-Universität Frankfurt, Senior Fellow des Instituts für Sozialökologie (ISÖ), seit 2008 Bundestagsabgeordneter für Bündnis 90/ Die Grünen. SoSe 2007 und WS 2007/08 Vertretungsprofessor für Labour Economics an der Goethe-Universität Frankfurt. Schwerpunkte: Armutsforschung, Arbeitsmarktökonomik, Reform der sozialen Sicherung, Grundeinkommen.

Thomas Viereck
ist Diplom Verwaltungswirt, Fachhochschule des Bundes in Mannheim und Leiter der Abteilung Produktentwicklung und Qualitätssicherung im Jobcenter Köln.

care

Team care

Das FRIBIS-Team care forscht zum bedingungslosen Grundeinkommen vor dem Hintergrund von Care-Tätigkeiten in der Gesellschaft. Care-Tätigkeiten, wie z. B. Kindererziehung, Haushalt, Altenbetreuung und -pflege, psychische und spirituelle Fürsorge, auf denen jede menschliche Gesellschaft beruht, tauchen nicht oder nur teilweise in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung auf. Sie bekommen daher eine geringe ökonomische und soziale Wertschätzung mit allen Implikationen, die dies nach sich zieht. So stellt der Care-Begriff fundamentale Fragen an unser Verständnis von Gesellschaft, Arbeit und Wert.
Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens bringt frischen Wind auch in die Debatten um Care-Tätigkeiten. Was würde die Einführung des Grundeinkommens für Care und Care-Ökonomie bedeuten? Was wären die Auswirkungen, Chancen und Herausforderungen für die Mitglieder der Gesellschaft und ihre unterschiedlichen Subsysteme. Welche Potentiale liegen im Grundeinkommen für eine gesellschaftliche Neuausrichtung im Sinne von Care? Diese und weitere Fragen wird das FRIBIS-Team care behandeln.

Research Team

Prof. Dr. theol. Klaus Baumann
studierte Theologie in Freiburg und Rom (Pontificia Università Gregoriana) und erhielt 1989 die Priesterweihe. Er schloss ein Psychologiestudium an und die Ausbildung zum Psychotherapeuten, führte eine Lehrassistenz am Istituto di Psicologia, P.U. Gregoriana in Rom durch und war dort psychotherapeutisch tätig.
1993 STL (Lic. theol.) in Moraltheologie, P.U. Gregoriana; 1996 STD (Dissertation in Theologie) mit dem Titel “Das Unbewußte in der Freiheit. Ethische Handlungstheorie im interdisziplinären Gespräch” (Analecta Gregoriana 270), Rom: Ed. PUG 1996, ausgezeichnet mit dem “Premio Bellarmino 1996”. 1996-2002 Seelsorge in Hinterzarten, Deutschland; 1996-2002 psychotherapeutische Praxis in Freiburg; 2003/04 Prorektor, Theologische Fakultät, Paderborn. Seit 2004/05 Direktor der Abteilung Caritaswissenschaft am Institut für Praktische Theologie der Universität Freiburg; 04/2008-02/2010 Prodekan der Theologischen Fakultät; seit 03/2010 Dekan der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg. Mitglied des FRIAS Research Project zur Unterstützung psychosozialer und spiritueller Bedürfnisse und ihrer Ressourcen in der Medizin. 2019 Gründungsdirektor des Freiburg Institute for Basic Income Studies (FRIBIS).
Lebt in Freiburg i. Br.

Dr. Tobias Dumschat hat Betriebswirtschafslehre mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsethik an der Universität zu Köln (B.Sc.) und an der RWTH Aachen (M.Sc.) studiert. Er arbeitete zuletzt in dem Forschungsprojekt “Gesellschaft nach dem Geld: Eine Simuation”. In seiner Dissertation behandelt er die Frage, welchen Einfluss ein BGE auf die Pflege-Ökonomie (Care-Economy) haben könnte. Außerdem ist er an ethischen und sozialpsychologischen Fragestellungen des BGE’s interessiert.

Prof. Dr. Ute Fischer
ist Professorin für Sozial- und Politikwissenschaften an der Fachhochschule Dortmund. Ihr Spezialgebiet ist die Sozialpolitik. Sie forscht und lehrt zu den Themenbereichen Gender, Care, Arbeit, Armut, bürgerschaftliches Engagement, Lebenssinn, Demokratieentwicklung und zu qualitativen Forschungsmethoden. Ute Fischer hat 2003 u.a. mit Prof. Dr. Sascha Liebermann die Initiative „Freiheit statt Vollbeschäftigung“ zum bedingungslosen Grundeinkommen gegründet und ist seitdem mit Vorträgen und Publikationen zum BGE aktiv. Sie hat einen Sitz im Beirat des Netzwerk Grundeinkommen in Deutschland.
Lebt in Unna.

Gudrun Kaufmann
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am FRIBIS. Sie hat Volkswirtschaftslehre an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg studiert. Von 2020 bis 2022 war sie als Geschäftsführerin am Aufbau des FRIBIS beteiligt. Sie hat mehrere Teams koordiniert, darunter Sanktionsfrei und BINC, und als Stabsmitarbeiterin das Vertragswesen gemanagt. Ihre Hauptinteressen liegen auf Narrativen in der Ökonomik, Care Economics und Finanzialisierung.
Lebt in Freiburg.

Dr. Verena Löffler
hat Politics, Administration & International Relations mit einem Minor in Corporate Management & Economics (B.A.) an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen und der University of California Berkeley studiert. Sie hat zwei Masterabschlüsse in Public Policy (M.Sc.) und Economics (M.Sc.) von der Universität Münster und verbrachte ein Semester an der Aix-Marseille Université. Sie war fünf Jahre lang wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ökonomische Bildung des Centrums für Interdisziplinäre Wirtschaftsforschung an der Universität Münster. Im Rahmen ihrer Dissertation beschäftigte sie sich mit dem Grundeinkommen unter Berücksichtigung von Migration und in Bezug auf die Lebenssituation wohnungsloser Menschen sowie mit dem Zusammenhang von Löhnen in der Care-Arbeit und familiärer Zeitallokation.
Lebt im Ruhrgebiet.

FRIBIS Team Koordinatorin

Franziska Leopold
Master of Science: BWL Public und Nonprofit Management, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Tätigkeiten als wissenschaftliche Hilfskraft an der Götz Werner Professur für Wirtschaftspolitik und Ordnungstheorie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und am Frauenhofer ISE Freiburg. Lebt in Freiburg i. Br.

Kontakt: franziska.leopold@vwl.uni-freiburg.de

Transfer Team

Ronald Blaschke
Dipl. Päd. und Dipl. Phil., Mitbegründer des Netzwerks Grundeinkommen Deutschland, der Bundesarbeitsgemeinschaft Grundeinkommen der Partei DIE LINKE, des Europäischen Netzwerks Unconditional Basic Income Europe (UBIE). Er ist Mitherausgeber mehrerer Bücher und Autor zahlreicher Beiträge zum Grundeinkommen und zu angrenzenden Themen. Er koordinierte auf EU- und auf deutscher Ebene die Europäische Bürgerinitiative “Bedingungslose Grundeinkommen in der gesamten EU“.
Lebt in Dresden.

Margit Appel
studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Frauenforschung an der Universität Wien. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Katholischen Sozialakademie Österreichs waren ihre Arbeitsschwerpunkte gesellschaftspolitische Grundlagenarbeit und politische Erwachsenenbildung. Sie ist Mitbegründerin des Netzwerks Grundeinkommen und sozialer Zusammenhalt – BIEN Austria und engagiert in der Österreichischen Armutskonferenz. Nunmehr als freie Autorin und Referentin tätig, publiziert und referiert sie u.a. zu Demokratie und Beteiligung, Feministischer Ökonomie, (Care-)Arbeit, Bedingungslosem Grundeinkommen.
Lebt in Wien.

WEF_FABI

WEF_FABI

Erforschung des BGE in seiner Schutzfunktion gegenüber ökologischer und sozialer Vulnerabilität
Das Water-Energy-Food Nexus & Foreign Aid Basic Income Team (WEF_FABI) geht der Frage nach, inwiefern die Einführung eines BGE dazu beitragen kann, die Resilienz sozialer und ökologischer Systeme in Entwicklungsländern zu stärken. Es soll untersucht werden, wie Gemeinden, die etwa von Landraub („Land Grabbing“) und Klimaschäden (Abholzung, Ressourcenausbeutung) bedroht sind, durch ein BGE vor ökologischer und sozialer Vulnerabilität geschützt werden können. Das Ziel ist demnach, die Zusammenhänge zwischen dem WEF-Nexus und dem BGE besser zu verstehen.

Das BGE als Instrument der Entwicklungshilfe
Gemeinden sollen durch die Einführung eines BGE derart resilient werden, dass sie ihr Grundeinkommen langfristig nicht mehr fremdfinanzieren lassen müssen (FABI), sondern aus eigenen Steuerbemessungsgrundlagen ausstatten können (eigenfinanziertes BGE). FABI (vgl. Bernhard Neumärkers Konzept des „Foreign Aid Basic Income“) wirkt dann wie eine Cash-orientierte Entwicklungshilfe. Es soll daher untersucht werden, inwiefern ein Grundeinkommen als effektives Instrument der Entwicklungshilfe eingesetzt werden kann und welche Anforderungen ein solcher Anwendungskontext an einen Grundeinkommensmechanismus stellt.

Anschubfinanzierung für WEF_FABI durch FRIAS-Exzellenzinitiative
WEF_FABI erhielt eine Anschubfinanzierung aus dem FRIAS (Freiburg Institute for Advanced Studies), das u. a. die Spitzenforschung an der Universität Freiburg fördern und internationalisieren soll.

Seit 2023 ist das Team ein gemeinsames Projekt der Universität von Namibia (UNAM) und FRIBIS / Universität Freiburg.

Research Team

Prof. Dr. Bernhard Neumärker
ist Leiter des FRIBIS, Götz Werner Professor für Wirtschaftspolitik und Direktor der Abteilung für Wirtschaftspolitik und Ordnungstheorie an der Universität Freiburg. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren aus ordnungspolitischer Perspektive mit Fragen sozialer Gerechtigkeit, gesellschaftlicher Konflikte und staatlicher Reformbereitschaft. Seit einiger Zeit wendet er seine von diesen Fragestellungen ausgehenden Konzepte des „Neuen Ordoliberalismus“ (auch „Progressive Ordoliberalism“ genannt) und der „Sozialen Nachhaltigkeit“ auf das bedingungslose Grundeinkommen an. Sein Beitrag zum Water-Energy-Food [WEF] und Foreign-Aid-Basic-Income [FABI] Team besteht darin, ökologische Nachhaltigkeit und soziale Nachhaltigkeit durch die Umsetzung eines gerechten, nachhaltigen und widerstandsfähigen sozialen Entwicklungsvertrags zu verbinden. Zu diesem Zweck werden er und sein Team Experimente mit sozialen FABI-Verträgen in Namibia untersuchen. Das Hauptziel besteht darin, eine geeignete Governance-Struktur für FABI zu finden.

Prof. Dr. Michael Jacobson
ist Professor für Waldressourcen im Fachbereich für Ökosystemwissenschaften und -management an der Penn State University (USA). Er führt Lehr-, Beratungs- und Forschungsprogramme durch, die auf eine nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern und anderen natürlichen Ressourcen abzielen. Zu seinen Hauptaktivitäten und Interessen gehören Forstwirtschaft und Finanzen, Agroforstwirtschaft, Bioenergie und der Zusammenhang zwischen Wasser, Energie und Lebensmitteln. Er ist international stark engagiert und lehrt Forstwirtschaft, internationale Forstwirtschaft und Agroforstwirtschaft.

Dr. Adalbertus F. Kamanzi
wurde im September 1970 in Bukoba, Tansania, geboren. Er hat einen BA in Ethics and Development Studies (2000) und einen MA in Development Studies (2001), beide von der Uganda Martyrs University, Nkozi, Uganda. Er promovierte in Development Studies an der Radboud Universität, Nijmegen, Niederlande (2007). Er hat als Forscher und Dozent an der Uganda Martyrs University, der University of Dodoma und als leitender Forscher am Institute of Rural Development Planning sowie als Gastprofessor und außerordentlicher Professor an der Nexus International University gearbeitet. Derzeit ist er Koordinator des MA-Programms für Entwicklungsstudien am Oshakati Campus der Universität von Namibia. Zu seinen Forschungsinteressen und Veröffentlichungen gehören Geschlechterfragen, E-Technologien für die Entwicklung, Dekolonialität, Ubuntu und Führungskreativität. Er verwendet sowohl qualitative als auch quantitative Ansätze. Als Sozialanthropologe befindet er sich in guter wissenschaftlicher Gesellschaft mit Wirtschaftswissenschaftlern. Im Laufe der Zeit hat er eine Leidenschaft für das Schreiben von Motivationsbüchern entwickelt, da er der Meinung ist, dass Demotivation die Förderung des Lebensunterhalts der Menschen beeinträchtigt.

Dr. Lukas Matati Josua
ist Senior Lecturer in der Abteilung für Hochschulbildung und lebenslanges Lernen an der Universität von Namibia (Namibia). Er leitet das Postgraduierten-Diplom in Hochschulbildung (PDHE). Sein Interesse gilt der sozialen Gerechtigkeit und der integrativen Entwicklung, während seine Forschungsinteressen Fragen der Lehre, der Bewertung, des Lernens, der Lehrplanentwicklung, der Qualitätssicherung, der Betreuung von Studierenden, des Einsatzes von Technologie im Hochschulbereich, des Bildungsmanagements und der Führung sowie der Entkolonialisierung des Hochschulbereichs umfassen.

Hedvig Mendonca
ist Doktorandin an der Cape Peninsula University of Technology und Dozentin im Fachbereich Informatik an der Universität von Namibia. Sie ist spezialisiert auf Informationssysteme, Wirtschaftsinformatik und Service Design. Ihre derzeitige Studie befasst sich mit Technologien, die einen gerechten Zugang zu Dienstleistungen des Justizsystems in ländlichen Gebieten ermöglichen. Zu ihren Forschungsinteressen gehören E-Technologien für die Entwicklung, Service Design, mobile Technologie, Gesundheitsinformatik, Genderfragen, HCI und UX, wobei sie sowohl qualitative als auch quantitative Ansätze verwendet. Sie ist auch sehr daran interessiert, junge Menschen mit Fähigkeiten zur Selbstführung auszustatten, um einen gesellschaftlichen Wandel zu bewirken.

FRIBIS Team Koordinator

Tobias Jäger
hat Volkswirtschaftslehre an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg studiert . In seiner Dissertation untersucht er das Grundeinkommen in Entwicklungsländern und beschäftigt sich aus konfliktökonomischer Perspektive mit der Frage, welche Auswirkungen die Einführung eines Grundeinkommens in Entwicklungsländern haben könnte.
Lebt in Freiburg i.Br.

Kontakt: tobias.jaeger@fribis.uni-freiburg.de

Transfer Team

Rejitha Nair
ist Anwältin, Wissenschaftlerin und Menschenrechtslehrerin aus Gujarat (Indien). Sie ist Doktorandin an der National Academy of Legal Studies and Research (NALSAR) an der University of Law (Hyderabad). Seit über sechs Jahren arbeitet sie als Assistenzprofessorin für Menschenrechte und Rechtstheorie an der Nirma University (Ahmedabad). Ihr Interesse gilt der Beziehung zwischen Rechtsinstitutionen und Armut, wobei sie sich primär auf Sozialhilfegesetze und Grundstücksrecht konzentriert. In ihrer Dissertation untersucht sie, ob das Recht und die Verfahren, die den technologiegestützten direkten Transfer von Sozialleistungen in Indien regeln, Instrumente zur Stärkung der Selbstbestimmung oder zur Ausgrenzung sind.

Sarath Davala
ist Vorsitzender von BIEN (Basic Income Earth Network) und Koordinator des indischen Netzwerks für Grundeinkommen (INBI). Er gehört zu den Autoren von Basic Income: Eine transformative Politik für Indien. Zwischen 2011 und 2014 war er Forschungsdirektor des Grundeinkommens-Pilotprojekts in Madhya Pradesh (Indien), 2019 richtete er als Gastgeber den BIEN-Weltkongress in Hyderabad aus. Er lebt in Hyderabad.

NetFi

Network Analysis and Financial Diaries (NetFi)

Das „Network Analysis and Financial Diaries“-Team (NetFi) erforscht Komplementär- und Gemeinschaftswährungen, die ein Bedingungsloses Grundeinkommen als Verteilungsmechanismus nutzen. So erarbeitet NetFi als methodologisches Team u. a. Programme und Verfahren, mit deren Hilfe sich diese Währungen erforschen lassen. Aktuell entwickelt es zu diesem Zweck drei verschiedene Softwarelösungen – darunter ein Programm, mit dem graph-basierte Netzwerkdaten analysiert werden können.

In diesem Zusammenhang werden sowohl der makrostabilisierende Effekt (Stodder/Lietaer 2016) als auch der lokale Multiplikatoreffekt mithilfe von flow motif detection (Iosifidis et al. 2018) untersucht. Zudem wird die Methode der finanziellen Tagebücher mit Kategorisierungstechniken weiterentwickelt und erweitert. Beide Verfahren ermöglichen es, genauer zu untersuchen, wie Komplementär- und Gemeinschaftswährungen eingesetzt werden können und welches Nutzungsverhalten Währungs-Teilnehmende an den Tag legen.

Mit seinen heterodoxen Forschungsmethoden stellt das NetFi-Team einen Methodenkoffer bereit, den alle Forschenden kostenfrei verwenden dürfen und bei dessen Nutzung das FRIBIS-Team auf Anfrage gerne unterstützt und berät. Indem NetFi nicht nur Forschungsmethoden und Programme entwickelt, sondern die NutzerInnen der entsprechenden Programme außerdem umfassend und kostenlos berät, möchte es als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Aktivismus fungieren.

Veröffentlichungen

Cabaña, G., Linares, J. Decolonising money: learning from collective struggles for self-determination. Sustain Sci 17, 1159–1170 (2022). https://doi.org/10.1007/s11625-022-01104-3

Crocker, G., Lansley, S., Linares, J., Torry, M., Wadsworth, M. (2023). Alternative Funding Methods. In: Torry, M. (eds) The Palgrave International Handbook of Basic Income. Exploring the Basic Income Guarantee. Palgrave Macmillan, Cham. https://doi.org/10.1007/978-3-031-41001-7_12

Sowelu Avanzo, Teodoro Criscione, Julio Linares, and Claudio Schifanella. 2023. Universal Basic Income in a Blockchain-Based Community Currency. In Proceedings of the 2023 ACM Conference on Information Technology for Social Good (GoodIT ’23). Association for Computing Machinery, New York, NY, USA, 223–232. https://doi.org/10.1145/3582515.3609538

C. E. S. Mattsson, T. Criscione, and W.O. Ruddick, Sarafu Community Inclusion Currency, 2020-2021. Scientific Data 9:426, Nature Publishing Group, 2022. Link: https://www.nature.com/articles/s41597-022-01539-4

Teodoro Criscione, Eve Guterman, Sowuelu Avanzo, Julio Linares. Community Currency Systems: basic income, credit clearing, and reserve backed. Models and Design Principles Working paper. FRIBIS Discussion Paper Series, FRIBIS Paper No. 04-2022, 2022. doi:10.6094/FRIBIS/DiscussionPaper/8/04-2022

Mattsson, C.E.S., Criscione, T. & Takes, F.W. Circulation of a digital community currency. Sci Rep 13, 5864 (2023). https://doi.org/10.1038/s41598-023-33184-1

Sowelu Avanzo, Teodoro Criscione, Julio Linares, and Claudio Schifanella. 2023. Universal Basic Income in a Blockchain-Based Community Currency. In GoodIT 2023: ACM International Conference on Information Technology for Social Good, September 6-8, 2023, Lisbon, Portugal. Link Conference: http://goodit.campusfc.unibo.it/calls/

A. Gama, G. Hoon, J. Linares, T. Criscione, Towards a Municipalist Basic Income System, BIRAL Working paper, 2023. In 22nd BIEN Congress 2023, August 23-26, Seoul, Korea. Link Conference: https://biencongress2023.org/

Forschungsprojekte

Circles UBI Pilot Project. Link: https://joincircles.net/

Grassroots Economics – Sarafu Network. Link: https://www.grassrootseconomics.org/pages/sarafu-network

Research Team

Prof. Dr. Janos Kertész
Lehrstuhlinhaber und Leiter des Departments für Network und Data Science an der Central European University in Wien, Österreich. Ph.D. in Physik an der Eötvös University, Budapest, Ungarn. Publikationen
Lebt in Wien, Österreich

Sowelu Avanzo
Doktorand in Informatik, Universität Turin, Turin, Italien. Mitglied der Forschungsgruppen Digitale Territorien und Gemeinschaften (Fachbereich Informatik, Universität Turin) und CETR (ESOMAS, Universität Turin).
Forschungsbeauftragter des Fachbereichs Informatik für das Projekt CO3.
MSc in Finanzen, Universität Turin, Turin, Italien. Masterarbeit über Feldforschung über das Sarafu-Währungsnetzwerk (Grassroots Economics) in Kenia.
Lebt in Turin, Italien.

FRIBIS Team Koordinator

Teodoro Criscione
Ph.D.-Student in Network Science am Department für Network und Data Science an der Central European University, Wien.
BA in Entwicklungsökonomie und internationaler Zusammenarbeit, Universität Florenz; MSc in Wirtschaftswissenschaften, Universität Siena; externer Forschungsmitarbeiter für gemeinschaftsgeführte Kredit- und Geldinnovationen beim italienischen Nationalen Forschungsrat.
Lebt in Wien, Österreich

Kontakt: teo.cri.1990@gmail.com

Transfer Team

Julio Linares
Co-Vorsitzender der Circles Coop eG in Berlin und Social Outreach Officer für das Basic Income Earth Network (BIEN).
Ursprünglich aus Guatemala, ist Julio Linares Gründungsmitglied des Basic Income Network in Taiwan.
MSc. Anthropologie und Entwicklung an der London School of Economics. MA Angewandte Wirtschaft und soziale Entwicklung an der National Cheng Chi University, Taipei, Taiwan.
Mitbegründer der Community Currency Alliance.
Lebt in Berlin

Giulio Quarta
ist Mitbegründer und Direktor der Crypto Commons Association, die die allgemeine Entwicklung von Commons-zentrierten dezentralen Infrastrukturen durch Inhalte, Forschung, Kurse und Veranstaltungen fördert.
Er ist post-kapitalistischer Aktivist und Mitbegründer des Commons Hub in Österreich, wo er lebt. Er hat einen Masterabschluss in Soziologie, mit Schwerpunkt Wirtschaftssoziologie, STS und postkoloniale Studien mit marxistischem Ansatz.
Er lebt in Hirschwang an der Rax, Österreich.

Basic Income for Peacebuilding

Basic Income for Peacebuilding (BIP)

 

Das Forschungsteam Basic Income for Peacebuilding (BIP) zielt darauf ab, die Einsatzmöglichkeiten und Auswirkungen des Grundeinkommens in Postkonfliktkontexten zu untersuchen, um die Bestrebungen der Mitglieder solcher Gesellschaften auf dem Weg zu Resilienz, Nachhaltigkeit und sozialem Frieden zu unterstützen.

Das Team hat eine internationale Ausrichtung für seine Arbeit in der Konfliktforschung. Es konzentriert sich auf drei Fälle und Szenarien, die sich in verschiedenen Stadien und Prozessen der Konfliktbewältigung befinden.

Irak und Syrien
Die Anwendbarkeit des UBI in der Region des Nahen Ostens, die durch autoritäre Regime, lange Perioden von Instabilität und Konflikten, geschwächte Volkswirtschaften und staatliche Strukturen sowie anhaltende Ungleichheiten gekennzeichnet ist, wurde bisher nur marginal untersucht. FRIBIS Mitglied Diana Bashur (Universität Wien, Österreich) hat mit einer solchen Untersuchung begonnen bezogen auf den Irak und auf Syrien. Sie führt derzeit eine Machbarkeitsstudie für ein Grundeinkommenspilotprojekt im Nordirak durch, das eine Ergänzung zu Ausbildungsmaßnahmen darstellt.

Nordirland (NI)
Die Team-Mitglieder Patrick Brown und John Barry vom Senator George J. Mitchell Institute an der Queen’s University werden eine akademische Konferenz in Belfast veranstalten, an der das FRIBUS-Team, führende UBI-Befürworter und Experten der Friedensforschung teilnehmen werden. Außerdem werden sie Pläne vorantreiben, das bedingungslose Grundeinkommen in NI einzuführen, konzipiert als “Friedensdividende“.
Die nächsten Schritte in diesem Prozess sind die Einrichtung einer Lenkungsgruppe von Interessenvertretern, hauptsächlich von Behörden in Nordirland, von denen viele die Idee eines BGE bereits unterstützen. Eine vollständige Machbarkeitsstudie wird folgen.

Publikationen:

  • M. Franke, B. K. J. Neumärker 2022: “A Climate Alliance through Transfer: Transfer Design in an Economic Conflict Model”, World 2022, 3(1), 112-125. https://doi.org/10.3390/world3010006

Research Team

Diana Bashur
Doktorandin, Universität Wien, Österreich.
Publikationen:
The Applicability of Universal Basic Income in Post-Conflict Scenarios: The Syria Case”, Basic Income Studies, June 2019, Volume 14, Issue 1
What the West Owes Syrians“, Syria Studies, 2018, 9(2), 31-59.

Patrick Brown,
Promotion in Politikwissenschaft
The Senator George J. Mitchell Institute for Global Peace, Security and Justice, Queen’s University Belfast, UK; UBI Lab Northern Ireland
Publikation: “Testing a Real Peace Dividend for Northern Ireland: A proposal for Universal Basic Income” Working paper, October 2020

Prof. Dr. Roberto Leombruni
ist Assistenzprofessor an der Universität Turin im Fachbereich für Wirtschaft und Statistik “Cognetti de Martiis”. Seine Forschungsschwerpunkte sind Arbeitsmärkte, Pensionssysteme, Beziehung zwischen Arbeit und Gesundheit, Microsimulationen und Agent Based Models.

Dr. Marcel Franke
hat Volkswirtschaftslehre an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg studiert. Er ist aktiv in der FRIBIS PostDoc Gruppe, sowie dem FRIBIS FRIBIS Team „Basic Income for Peacebuilding“. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit dem bedingungslosen Grundeinkommen und Staatsphilosophie, insb. “Constitutional Economics” und “Economics of Social Justice”.

FRIBIS Team Koordinator

Tobias Jäger,
Master in Wirtschaftswissenschaft, Freiburg Institute for Basic Income Studies (FRIBIS) an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Deutschland.

Kontakt: tobias.jaeger@fribis.uni-freiburg.de

Transfer Team

Dr. Sarath Davala
Vorsitzender des Basic Income Earth Network (BIEN), Koordinator des Indian Network on Basic Income (INBI). Co-Autor des Buches: “Basic Income: A Transformative Policy for India”,
Forschungsdirektor des Madhya Pradesh Basic Income pilot project 2011 bis 2014
Host of the BIEN World Congress in Hyderabad in 2019.
Hyderabad, India

Sanktionsfrei

Sanktionsfrei – HartzPlus-Studie Endbericht

Zur Studie

Die HartzPlus-Studie, in deren Zusammenhang das FRIBIS-Team Sanktionsfrei gegründet wurde, startete im Januar 2019 und endete im Frühjahr 2022. Über den Projektzeitraum von gut drei Jahren erhielten 254 Hartz-IV-Beziehende einen ausgleichenden Betrag, sofern ihre Hartz-IV-Bezüge im Fall einer Sanktionierung gekürzt wurden. Der Verein Sanktionsfrei zahlte ihnen bedingungslos denjenigen Betrag, um den ihr Hartz-IV-Bezug zur Sanktionierung (Bestrafung) gekürzt wurde. Das hatte zur Folge, dass Sanktionen für sie keine finanzielle Bedrohung mehr darstellten. Diese Personen bildeten die Interventionsgruppe. Weitere 331 Personen, die keinen Ausgleich bei Sanktionierung ihrer Hartz IV Leistungen erhielten, dienten als Kontrollgruppe.

Das Ergebnis

Die Langzeitstudie kam zu dem unvorhergesehenen Ergebnis, dass der finanzielle Ausgleich von Sanktionen keinen signifikanten Unterschied im psychosozialen Wohlbefinden und der sozioökonomischen Lage in der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe führte. Obwohl die sanktionsbedingten finanziellen Einbußen vom Verein Sanktionsfrei ausgeglichen wurden, empfanden die Personen die Sanktion immer noch als Zwang, als Bestrafung, als erniedrigend und lähmend. Die Gewissheit der Personen der Interventionsgruppe, bei einer Sanktionierung einen finanziellen Ausgleich zu erhalten, führte zwar teilweise zu einem Gefühl der Erleichterung, entfaltete aber darüber hinaus keine direkte Wirkung. Keine Person der Interventionsgruppe verhielt sich aufgrund dieser Sicherheit renitent gegenüber dem Jobcenter oder riskierte leichtfertig Sanktionen.

«Sanktionen verfehlen ihre behauptete Wirkung. Sie verursachen fast immer eine Kultur des Misstrauens. Die Menschen fühlen sich eingeschüchtert und stigmatisiert. Sanktionen bringen Menschen nicht in Arbeit und haben in einer modernen Grundsicherung nichts verloren.»

Helena Steinhaus

Gründerin von Sanktionsfrei e.V., Kulturwissenschaftlerin, B.A.

Warum Sanktionen kontraproduktiv sind

Dass Sanktionen – auch wenn durch sie keine finanzielle Belastung droht – immer kontraproduktiv sind, zeigte die Studie außerdem deutlich. Sanktionen hätten keinerlei motivierenden Effekt, könnten schwere psychosoziale Folgen auslösen, die soziale Isolation fördern und einen Druck erzeugen, der psychische Krankheiten verursacht oder verstärkt. Förderlich wären hingegen Wahlmöglichkeiten, Freiräume und Ermutigungen und respektvolle Begegnungen im Jobcenter auf Augenhöhe.

Was bewirkt die Studie?

Die Studie wurde der Bundesregierung vorgelegt, um für die Ausgestaltung des Bürgergelds. Helena Steinhaus konnte in zahlreichen Medienberichten, Interviews und Fernseh-Talkshows die Ergebnisse der Studie darstellen und in die politische Diskussion einbringen.

Link zum Endbericht

Ehemalige Mitglieder

Forschungsteam

Aseman Golshan Bahadori, MSc. Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Claudia Cornelsen, Kommunikationsberaterin, M. A. Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie

Dr. Tanja Schmidt, Dipl.-Soziologin, Gründerin und Partnerin INES

Dr. Vererna Tobsch, Dipl.-Kauffrau, Gründerin und Partnerin INES

FRIBIS Team Koordinatorin

Gudrun Kaufmann
hat Volkswirtschaftslehre an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg studiert. Ihre Hauptinteressen liegen auf Narrativen in der Ökonomik, Care Economics, Commons und Sozialpolitik in der ordoliberalen Tradition der Freiburger Schule.
Lebt in Freiburg i.Br.

Transfer Team

Robert Müller, Grafik Designer, Kommunikation, Unterstützer von Sanktionsfrei e.V.

Helena Steinhaus, Gründerin von Sanktionsfrei e.V., Kulturwissenschaftlerin, B.A.

VATUBI

Mehrwertsteuerfinanziertes Grundeinkommen (VATUBI)

VATUBI untersucht die Auswirkungen einer Mehrwertsteueranhebung zur Finanzierung des BGE und Vor- und Nachteile einer Umstellung des Steuersystems auf die Konsumsteuer/Mehrwertsteuer bei Auszahlung des BGE, Hierzu gehört auch eine Analyse normativer Argumente bezüglich der MwSt. und der Vergleich mit anderen Steuerarten.
Research Team
Dr. Elisabeth Dreer
Senior Scientist am Forschungsinstitut für Bankwesen der Johannes Kepler Universität Linz, Österreich
Lebt in Pasching, Österreich
Prof. Dr. Bernhard Neumärker
Götz Werner Professur für Wirtschaftspolitik und Ordnungstheorie
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Deutschland
Lebt in Freiburg i.Br.

 

Prof. Dr. Dr.h.c.mult. Friedrich Schneider
ehem. Prof. der Abteilung für Wirtschaftspolitik, Forschungsinstitut für Bankwesen, Johannes Kepler Universität Linz, Österreich
Lebt in Linz, Österreich

 

Dr. rer. soc. oec. Florian Wakolbinger
Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsforschung, Innsbruck, Österreich
Lebt in Lembach im Mühlkreis, Österreich

 

Transfer Team
Helmo Pape
Banker, Gründer der Generation Grundeinkommen in Österreich, Wien
Lebt in Wien, Österreich