“The State Of The Art In Basic Income Policy” [Video Serie] – 5 Top Autoren teilen ihr Wissen

Willkommen zu unserer öffentlichen, englischsprachigen Vortragsreihe zum Thema “The State Of The Art Of Basic Income Policy”, die im April und Mai 2023 veranstaltet und aufgezeichnet wurde. Fünf Forschende stellen ihre bereits veröffentlichten Papers vor und geben einen vertieften Einblick in ihre Arbeit. Professor Jurgen De Wispelaere, der im Sommer 2023 die GWP-Gastprofessur innehat, moderiert die Vortragsreihe.
Assist.-Prof. Dr. Pilar Gonalons-Pons (University of Pennsylvania)
Dr. Leire Rincón (Autonomous University of Barcelona)

On Monday, 24th April 2023, Prof. Dr. Milena Buchs (University of Leeds) presented a lecture on Sustainable welfare: How do universal basic income and universal basic services compare?(article link).

Bio: Milena Buchs’s research focuses on sustainable welfare and just transitions. She has published widely on the relationship between economic growth and welfare states, and the question of how welfare states can be transformed so that everyone’s needs can be achieved within planetary limits. Several of her publications also focus on the distributional and justice implications of climate policies and measures that improve their distributional outcomes.

On Wednesday, 26th April 2023, Assit.-Prof. Dr. Femke Roosma (Tilburg University) presented a lecture on Between left and right: A discourse network analysis of Universal Basic Income on Dutch Twitter” (article link).

Bio: Femke Roosma’s research focusses on the legitimacy of social policies and welfare states. She studies multiple dimensions of support for the welfare state, solidarity and deservingness perceptions and support for universal basic income. Her research on basic income has appeared in leading journals in sociology and social policy.

On Wednesday, 3rd May 2023, Assist.-Prof. Dr. Pilar Gonalons-Pons (University of Pennsylvania) presented a lecture on Exit, voice and loyalty in the family: findings from a basic income experiment(article link).

Bio: Pilar Gonalons-Pons’s research examines how work, families, and public policies structure economic inequalities. Much of her work, published in leading international journals in sociology and social policy, is guided by the overall goal to develop a comprehensive understanding about the political economy and gendering of care and reproductive paid and unpaid work and its contribution to economic inequalities.

On Monday, 8th May 2023, Prof. Dr. Tim Vlandas (University of Oxford) presented a lecture on The political economy of individual-level support for the basic income in Europe(article link).

Bio: Tim Vlandas’s research interests are in comparative political economy with a particular focus on the determinants and consequences of social and economic policies. He has written several articles on basic income in leading international publications and in 2022 published Foreign States in Domestic Markets (Oxford University Press).

On Wednesday, 10th May 2023, Dr. Leire Rincón (Autonomous University of Barcelona) presented a lecture on A Robin Hood for all: a conjoint experiment on support for basic income (article link).

Bio: Leire Rincón recently completed a PhD in Political Science at the University of Barcelona and the Institut Barcelona d’Estudis Internacionals (IBEI), in which she looked at preferences for universal basic income and competing policy alternatives in comparative perspective. She has published several articles in leading policy journals examining public support for basic income. In addition to public opinion and political behaviour in relation to welfare policies and redistributive politics, in her recent research she also studies different aspects of gender-based violence.

Workshop in Niterói (Brasilien): Basic Income Social Policies in Practice – Learnings from Maricá and Niterói in Dialogue with the Global North

Seit den frühen 2000er-Jahren dominiert das Thema der Geldtransferprogramme die Diskussion über die Zukunft der sozialen Sicherung. Programme, die sich auf direkte Geldtransfers konzentrieren, haben sich unter anderem auch in Lateinamerika etabliert. In der Folge entstand eine rege Debatte über die Vor- und Nachteile der Bedingtheit bzw. Unbedingtheit solcher Geldtransfers als sozialpolitischer Maßnahme.

Zwei Gemeinschaftswährungen in Brasilien: Mumbuca und Arariboia

Ein Beispiel hierfür ist das Grundeinkommensprogramm Renda Básica de Cidadania, das 2013 in der brasilianischen Gemeinde Maricá ins Leben gerufen wurde und seitdem stark gewachsen ist. Heute handelt es sich um das größte Grundeinkommensprogramm in ganz Lateinamerika. Das Programm beruht auf einer digitalen Gemeinschaftswährung namens „mumbuca“, die einen umfangeiches Tauschnetzwerk innerhalb der Gemeinde ermöglicht.

Ein ähnliches Programm namens Moeda Social Arariboia wurde 2022 in Niterói ins Leben gerufen. Das Hauptziel beider Programme liegt in der Schaffung eines sozialen Schutznetzes. Aber was bedeutet das konkret? Welche Auswirkungen haben die Maßnahmen? Wie beeinflussen die Gemeinschaftswährungen Mumbuca und Arariboia die lokale Wirtschaft? Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich aus den Maßnahmen? Welche Rolle spielen sie für die Ideen der Solidarökonomie?

Ziele des Workshops

Der am 3. August 2023 in Niterói stattfindende Workshop zielt darauf ab, den aktuellen Stand der Umsetzung, Bewertung und Erforschung dieser Sozialpolitiken in Maricá und Niterói zu untersuchen, einen Bezug zum Konzept des Grundeinkommens herzustellen und einen umfassenden Austausch zu ermöglichen.

Obwohl die in Maricá und Niterói umgesetzten Maßnahmen des Bargeldtransfers in lokaler Währung innovativ und wegweisend sind, weisen sie auch Gemeinsamkeiten mit ähnlichen Projekten und Experimenten auf, die weltweit, insbesondere im Globalen Norden, durchgeführt werden. Daher besteht ein weiteres Ziel dieses Workshops darin, internationalen Forschenden und politischen Entscheidungstragenden aus Europa und den USA die Möglichkeit zu geben, über ähnliche Erfahrungen in anderen Ländern zu sprechen. Gleichzeitig soll der Workshop lokalen Forschenden und politischen Entscheidungstragenden eine Bestandsaufnahme der Vorzüge und Grenzen der derzeit in Maricá und Niterói umgesetzten Maßnahmen bereitstellen.

Datum/Ort

Zeit:  3. August 2023, 09:00 Uhr – 18:00 Uhr
Ort:   UFF, Gragoatá-Campus, Bloco F, R 407, Niterói, Brasilien

Sonstiges

Bitte beachten Sie, dass dieser Workshop in englischer Sprache abgehalten wird. Er wird ausschließlich offline/persönlich an dem oben genannten Ort abgehalten.

Die Organisierenden diskriminieren keine Teilnehmenden und Interessierten aufgrund von race, Hautfarbe, nationalen Herkunft, seines Geschlechts, seiner Behinderung oder seines Alters (und aller anderen denkbaren Gründe).

Klicken Sie hier für den Zeitplan (PDF).

Neugründung: Das FRIBIS-Team UBI Experiments (UBI-XT) geht an den Start

Warum das Team gegründet wurde

Das wissenschaftliche und politische Interesse am Grundeinkommen ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Diese zunehmende mediale Aufmerksamkeit hat dazu beigetragen, dass die Finanzierungsbereitschaft für BGE-Pilotprojekte ebenfalls größer wurde. Auf der ganzen Welt sind daher in den letzten Jahren zahlreiche Grundeinkommenspiloten auf den Weg gebracht worden. Dennoch gibt es bislang keine internationale Plattform, die den gegenseitigen Austausch von Pilotergebnissen ermöglicht, die Zusammenarbeit untereinander fördert oder die Forschenden dabei unterstützt, effektiv mit politischen Entscheidungsträgern zusammenzuarbeiten. Das UBI Experiments Team möchte das ändern, indem es das erste globale Pilot-Netzwerk aufbaut und betreut. Mit Jurgen De Wispelaere, Karl Widerquist, Leah Hamilton, Miriam Opwonya Laker, Sarath Davala Neil Howard und Nika Soon-Shiong weiß das Team zahlreiche renommierte und in der Grundeinkommensszene gut vernetzte Mitglieder in seinen Reihen.

Nächste Schritte

Das Team hat es sich einen 4-Punkte-Plan vorgesetzt, den es bereits in diesem Jahr angehen wird. In einem ersten Schritt wird UBI Experiments ab Sommer 2023 monatlich einen Newsletter für die weltweite Pilotprojekt-Community herausgeben, der über aktuelle Forschungsergebnisse, politische Entwicklungen, potenzielle Treffen, Veröffentlichungen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit informiert. Zweitens wird UBI Experiments eine vierteljährliche Online-Seminarreihe veranstalten, in der Mitglieder der Pilotprojekt-Gemeinschaft die neuesten Ergebnisse und Entwicklungen ihrer Arbeit teilen und diskutieren können. Drittens wird das Team Ende 2023 eine FRIBIS Winter School zum Thema „How To Build A Pilot“ für Studierende, Forschende und Piloten veranstalten (als Ergänzung zur eintägigen Summer School, die bereits dieses Jahr im Juli 2023 von FRIBIS angeboten wird). Viertens wird UBI Experiments im Sommer 2024 die weltweit erste Konferenz der Pilotprojekt-Community am FRIBIS ausrichten.

Hier geht es zur Team-Seite

Freiburg Rising Stars Academy (Exzellenzförderung): FRIBIS ermuntert herausragende Nachwuchsforschende, sich zu bewerben

Was ist die Rising Stars Academy?

Rising Stars ist eine Initiative der Universität Freiburg, die sich der Förderung hochqualifizierter internationaler Nachwuchsforschender widmet. Die Freiburg Rising Stars Academy bietet Forschenden aus verschiedenen Disziplinen die Möglichkeit, sich um Förderung zu bewerben. Für potenzielle Bewerberinnen und Bewerber besteht die attraktive Möglichkeit, sich mit ihrem eigenen Forschungsprojekt an bereits etablierte Forschungsteams – und projekte anzuschließen und von der bestehenden Forschungsinfrastruktur zu profitieren. Weitere Informationen finden Sie im Fact Sheet der Rising Stars Academy.

Anmerkung: Die Bewerbungsfrist wurde bis zum 07. Juli verlängert.

Welche Vorzüge bietet der Status als Rising Star?

  • internationale Erfahrung und Reputation
  • Forschungszusammenarbeit auf höchstem Niveau
  • Möglichkeit, berufliche Netzwerke aufzubauen und zu erweitern
  • Reisestipendien nach Freiburg u. v. m.

Welche Rolle spielt das FRIBIS?

Mit Prof. Bernhard Neumärker stellt das FRIBIS einen Host Principal Investigator der Rising Stars Academy. Als interdisziplinäres Forschungsnetzwerk freut sich das FRIBIS über Bewerberinnen und Bewerber aus verschiedenen Disziplinen, die an der Erforschung des Grundeinkommens interessiert sind. Gemeinsame Projekte und Publikationen sowie neue Kooperationspartner oder die Einwerbung von Drittmitteln für zukünftige Forschungsprojekte sind von unserer Seite aus erwünscht. Es besteht die Möglichkeit, Doktorandenstellen mit geeigneten Rising Stars zu besetzen. Interessierte Bewerberinnen und Bewerber wenden sich bitte an Dr. Bianca Blum.

Sollten Sie selbst Personen zur Teilnahme an der Rising Stars Academy einladen bzw. vorschlagen wollen, so finden Sie hier ein Musterschreiben.

Veröffentlichung von sechs Policy Papers zum Thema „Das Bedingungslose Grundeinkommen als Grundpfeiler einer neuen Gesellschaftsordnung“

Unter dem Motto „Solidarität statt Wettbewerb“ diskutierten Mitglieder des FRIBIS und des CIW (Centrum für Interdisziplinäre Wirtschaftsforschung, Universität Münster) im Rahmen eines Workshops, inwiefern ein Bedingungsloses Grundeinkommen als Grundpfeiler einer neuen Gesellschaftsordnung fungieren könnte. Die Workshop-Teilnehmenden haben nun sechs Policy Papers publiziert, in denen sie ihre im März vorgestellten Überlegungen vertiefen.

In Fabienne Hansens Artikel Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Möglichkeiten eines Grundeinkommens? Ein initialer Überblick über den Forschungsstand wird erläutert, inwiefern ein klimafreundliches Grundeinkommen ein Instrument zur sozio-ökologischen Transformation sein könnte. Es werden konkrete Finanzierungsmöglichkeiten durch ökologische Besteuerungsmaßnahmen aufgezeigt und praktische Umsetzungsstrategien besprochen.

Klaus Baumanns Artikel Care, Arbeit, Care-Arbeit zwischen Solidarität und Wettbewerb untersucht die Rolle von Care-Arbeit im Spannungsfeld von Solidarität und Wettbewerb. Der Autor begründet, warum es einer integrativen Sichtweise bedarf, die sowohl die ökonomischen als auch die sozialen Aspekte der Care-Arbeit berücksichtigt. Baumann zeigt auf, wie ein Bedingungsloses Grundeinkommen zur Förderung sozialer Gerechtigkeit beitragen könnte.

Moritz Meyer und Verena Löffler (beide Universität Münster) haben gemeinsam zwei Artikel beigesteuert. Der erste Beitrag Anreizkompatibilität eines Bedingungslosen Grundeinkommens in der Diskussion befasst sich mit der Anreizkompatibilität eines Bedingungslosen Grundeinkommens, gibt einen knappen Überblick über verschiedene Modelle und bezieht sich auf aktuelle Experimente und Studien, um die potenziellen Auswirkungen auf das Arbeitsverhalten der Menschen zu beleuchten. Der zweite Artikel Sozialvertragliche Bedingungen und Regeln für eine Grundeinkommensgesellschaft bespricht die sozialvertraglich-politische Dimension eines Bedingungslosen Grundeinkommens. Dabei werden die unterschiedlichen Standpunkte von Professor Thomas Apolte (CIW, Münster) und Professor Bernhard Neumärker (FRIBIS, Freiburg) reflektiert und ihre Implikationen für Einkommensverteilung und gesellschaftliche Machtverhältnisse analysiert.

Tobias Dumschat widmet sich in seinem Artikel Grundeinkommen als Vehikel für sorgende Gemeinschaften der informellen Altenpflege? der Frage nach kommunitaristischen Solidaritätsstrukturen in einer Grundeinkommensgesellschaft. Indem er Beispiele und Fallstudien aus dem Bereich der informellen Altenpflege heranzieht, zeigt er auf, wie ein Bedingungsloses Grundeinkommen dabei helfen könnte, eine nachhaltige und solidarische Pflegeinfrastruktur aufzubauen.

Jessica Schulz beleuchtet in ihrem Artikel Bedingungsloses Grundeinkommen und Gleichberechtigung die Gleichstellung von Frauen und geht auf verdeckte Strukturen der Ungleichheit ein, die der Chancengleichheit nach wie vor im Weg stünden. Sie zeigt auf, wie ein Bedingungsloses Grundeinkommen dazu beitragen kann, existenzielle Sorgen von Müttern im Zusammenhang mit Kindererziehung und ,verlorenen Arbeitsjahren‘ zu begrenzen sowie gesundheitliche Risiken zu verringern.

Neue DIW-Studie: Wünschen sich die Deutschen ein Grundeinkommen – und wenn ja, welches?

Eine im Mai 2023 erschienene Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gibt Aufschluss über die Einstellung der Deutschen zum Bedingungslosen Grundeinkommen. Beteiligt an der Studie war Prof. Jürgen Schupp, Wissenschaftler in der Infrastruktureinrichtung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) im DIW und Mitglied des FRIBIS-Teams Expedition Grundeinkommen (XUBI). Der Spiegel hat in seinem Artikel Dieses Grundeinkommen wünschen sich die Deutschen vom 23. Mai über die DIW-Studie berichtet.

Zustimmungsquote zum Grundeinkommen

Mehr als die Hälfte aller Befragten (53 %) ist für die Einführung eines BGE, während sich 36 % dagegen aussprechen und 11 % nicht wissen, wie sie sich positionieren sollen. Dass die Mehrheit der Deutschen dem Grundeinkommen prinzipiell positiv gegenübersteht, ist insofern nicht überraschend, als dieses Ergebnis den Trend früherer Umfragen fortschreibt. Zwischen Ende 2016 und Herbst 2018 blieb laut DIW „die Zustimmungsrate zur Einführung eines BGE weitgehend stabil sowie tendenziell steigend“ und erreichte „einen Wert zwischen 45 und 55 Prozent“. Die Corona-Krise und der Ukraine-Krieg haben die Haltung der Deutschen demnach nicht entscheidend verändert.

Ausgestaltung des Grundeinkommens

Was die konkrete Ausgestaltung eines BGE betrifft, so ist die Zustimmung umso größer, je höher das Grundeinkommen ausfällt. 1200 Euro pro Monat wird von den meisten Menschen als angemessener Betrag angesehen. Was die Finanzierungsmechanismen betrifft, so findet eine Vermögens- und Reichensteuer am meisten Unterstützung, während die Finanzierung über eine CO2-Steuer den Befragten bereits weniger attraktiv erscheint und eine Mehrwertsteuererhöhung am wenigsten Anklang findet. Besonders hoch ist die Zustimmungsquote zum BGE bei denjenigen, die von der Einführung profitieren würden – am niedrigsten ist sie bei denen, die erwarten, dass sich ein BGE negativ auf ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse auswirken würde.

Fazit

Die hohe Zustimmung der Bevölkerung zum BGE ist ein weiterer Grund dafür, dass ein Grundeinkommen – in welcher konkreten Ausgestaltung auch immer – Teil der Diskussion über die überfällige Transformation der Sozialsysteme sein sollte. Das FRIBIS wird weiterhin dazu beitragen, dass diese Diskussion auf der Höhe der gegenwärtigen wissenschaftlichen Erkenntnisse stattfindet. 

Bewerbungen willkommen: FRIBIS Summer School im Juli 2023 zu „Empirischen Methoden der BGE-Forschung“

Das FRIBIS organisiert im Juli 2023 eine dreiteilige Summer School. Alle Teile der Summer School beschäftigen sich aus je unterschiedlichen Perspektiven mit dem Thema „Empirische Methoden der BGE-Forschung“. Die Veranstaltungen finden in Freiburg in englischer Sprache statt, Bewerbungen können ab sofort eingereicht werden. (Deadlines siehe unten)

Teil 1/3: How to Biuld a UBI Pilot

Der erste Teil der Summer School (10. Juli 2023) beginnt mit dem Thema How to build a UBI pilot. Weltweit wird eine wachsende Zahl von UBI-Pilotversuchen vorgeschlagen oder ist in Vorbereitung. Es gibt jedoch nur begrenzte Kenntnisse darüber, wie ein Pilotversuch zu gestalten ist, welche Methoden am besten geeignet sind und wie die Ethik der Pilotforschung aussieht. Die Teilnehmenden werden sich diesen Fragen widmen.

Bewerbungsdeadline: Sonntag, der 22. Mai 2023.

Teil 2/3: Social Contract Lab Experiments

Der zweite Teil der Summer School (11.–14. Juli 2023) steht unter dem Titel Social Contract Lab Experiments. Im Fokus steht die Anwendung der Sozialen Vertragstheorie auf die verhaltensorientierte und experimentelle Ökonomie (sowohl in Theorie als auch in Praxis). Die Teilnehmenden werden die Relevanz von Verhaltensexperimenten für normative Theorien diskutieren und lernen, wie man Laborexperimente konzipiert und durchführt.

Bewerbungsdeadline: Sonntag, der 22. Mai 2023.

Teil 3/3: Microsimulation and Social Welfare Maximization

Die zweite Summer School (18.–20. Juli), widmet sich dem Thema Microsimulation and Social Welfare Maximization. Jungen Forschenden (MSc, PhD), aber auch Post Docs, die noch keine Erfahrung mit statischen Modellen haben, bietet sich hier die seltene Gelegenheit, eine umfassende Einführung in die Entwicklung von statischen Mikrosimulationsmodellen und Wohlfahrtsanalysen zu erhalten, die sowohl Theorie als auch Praxis abdeckt.

Bewerbungsdeadline: Sonntag, der 22. Mai 2023.

Eine Hommage an Götz W. Werner: Neue YouTube-Videos mit Prof. Bernhard Neumärker und Enno Schmidt

Zwei von Enno Schmidt produzierte Videos zum Vermächtnis Götz Werners sind soeben auf dem FRIBIS-YouTube-Kanal erschienen: Prof. Bernhard Neumärker zeigt in seinem Vortrag „UBI & New Ordoliberalism“ Verbindungen zwischen den unternehmerischen Leitprinzipien Götz Werners und dem wissenschaftlichen BGE-Diskurs auf, während Enno Schmidt in seinem filmischen Nachruf ein lebendiges Bild von Werner als Unternehmer und Grundeinkommensbefürworter zeichnet.

Bernhard Neumärker: UBI & New Ordoliberalism

In diesem Vortrag demonstriert Prof. Neumärker, wie die unternehmerischen Leitgedanken Götz Werners und der wissenschaftliche BGE-Diskurs zusammenhängen. Zu den Prinzipien Werners gehören Ex ante Social Contracting, Ex post stable Social Contracting, Ex post Governance sowie Ideen zu einem Paradigmenwechsel in der sozialen Marktwirtschaft. Prof. Neumärker erläutert, inwiefern sich der Neue Ordoliberalismus und das Grundeinkommen als Grundfeiler eines gerechten Gesellschaftvertrags aus diesen Prinzipien ableiten lassen.

Darüber hinaus behandelt Bernhard Neumärker die ,libertäre Falle‘ in der politischen Ökonomie der Freiheit sowie die ,autoritäre Falle‘. Seine These lautet, dass das Partizipative BGE dabei helfen könnte, der libertären Falle aus dem Weg zu gehen und einen Schritt aus der autoritären Falle hinauszugelangen. Der von ihm angestrebte Paradigmenwechsel erstreckt sich außerdem auch auf das bedarfsorientierte Wohlfahrtssystem, die Machtumverteilung in Arbeitsverträgen und die Potentiale eines BGE in Sachen Zeitsouveränität (multiplikative Nutzenfunktion) und intrinsischer Motivation. Abschließend begründet Neumärker, warum die Konsumsteuer zur Finanzierung des Grundeinkommen geeignet ist.

Ein Nachruf auf Götz W. Werner von Enno Schmidt

Auf dem BIEN-Kongress 2022 in Brisbane, Australien, präsentierte Enno Schmidt diesen filmischen Nachruf, um Götz Werners internationale Bekanntheit zu steigern.

Enno Schmidt ist Mitbegründer der Volksinitiative und des Volksbegehrens zur Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens in der Schweiz, Autor des Films Grundeinkommen – ein Kulturimpuls und Geschäftsführer des FRIBIS.

Götz Werner war ein mehrfach ausgezeichneter Unternehmer und der prominenteste Befürworter des Bedingungslosen Grundeinkommens in Deutschland. In der Zeit von 2005 bis kurz vor seinem Tod führte Enno Schmidt zahlreiche Interviews mit Werner und erkundete so seine Denkweise und Unternehmensführung sowie deren konkrete Auswirkungen auf die Menschen in seinem Unternehmen.

Veröffentlichung von 6 Policy Papers anlässlich der FRIBIS Winter School mit Philippe Van Parijs

Zwischen 16. Und 20. Januar fand dieses Jahr die erste FRIBIS-Winter School statt, die unter dem Titel „Today’s global challenges and the UBI debate“ stand. Geleitet wurde sie von Philippe Van Parijs, der zu den führenden Grundeinkommensforschenden weltweit gehört. Jeder Tag der Winter School widmete sich jeweils einem anderen Schwerpunkt, wobei die übergeordnete Fragestellung gleich blieb: Werden die großen Herausforderungen der letzten Jahre – u. a. die Klimakrise, die Pandemie, internationale Spannungen und Konflikte, der Verlust der Biodiversität –  dazu führen, dass das Thema Grundeinkommen auf die lange Bank geschoben wird oder im Gegenteil sogar stärker ins Zentrum des Diskurses rückt?

Zahlreiche Teilnehmende der Winter School haben die vergangenen Monate zum Anlass genommen, die Veranstaltung Revue passieren lassen und eigene Überlegungen zu Themen rund um das BGE zu formulieren. Die Ergebnisse lassen sich nun in sechs jüngst veröffentlichten englischsprachigen Policy Papers nachlesen:

 

 

 

 

 

Globetrotter des Grundeinkommens: Prof. Jurgen De Wispelaere nun in Freiburg

Das wissenschaftliche Interesse am Grundeinkommen hat Jurgen De Wispelaere bereits an viele Orte geführt: Über Belgien nach Großbritannien, Irland, Australien, Kanada, Spanien, Finnland, Argentinien und schließlich Chile. Im Zentrum seiner Forschungen stehen die vielerorts unternommenen Grundeinkommensexperimente und ihren Auswirkungen auf die Politik. Nun kommt Prof. De Wispelaere für drei Monate nach Freiburg, um am FRIBIS und an der GWP zu forschen, zu lehren, zu schreiben und sich mit den Menschen vor Ort auszutauschen.

Wissenschaftliche Veranstaltungen mit Jurgen De Wispelaere

Zwischen 24. April und 10. Mai veranstaltet Jurgen De Wispelaere eine Public Lecture Series zum Thema „The State Of The Art In Basic Income Policy: A Public Lecture Series“, zu dem er prominente Gäste einlädt. Im Sommersemester wird Professor De Wispelaere außerdem ein Blockseminar für Masterstudierende anbieten: „Recent Advances in Basic Income Policy Research“.

Am Donnerstag, den 27. April hält er im Rahmen der FRIBIS Lecture Series den Vortrag “Basic Income Trials: The problem of assuring (continued) political commitment”. Diese Veranstaltung ist sowohl Online als auch in Präsenz besuchbar.

Am 11. Mai trägt er im Rahmen der UBITrans Public Seminar Series zum Thema „Basic income as an Eco-Social Policy Instrument? A Preliminary Framework and Comparative Analysis of Policy Alternatives“ vor.

Jurgen De Wispelaere im Interview zu seinen Plänen für den Freiburger Aufenthalt

Wie Jurgen uns im Interview mitgeteilt hat, handelt es sich bei seinem Deutschlandaufenthalt in gewisser Weise um eine Rückkehr. Die ersten 10 Jahre verbrachte er nämlich als Jürgen De Wispelaere in Deutschland, bis er nach Belgien umzog und schließlich, zu dieser Zeit bereits in Großbritannien lebend, auf den Umlaut verzichtete. Lesen Sie weiter, um mehr zu erfahren.

What do you hope to gain from your time in Freiburg on both a private and academic level?

On a personal level it is really interesting for me to visit Germany again and reclaim my long-lost quasi-German heritage. I was actually born in Köln — hence the name Jürgen, although I dropped the Umlaut when I moved to the UK in the late 1990s because the English don’t know what to do with that. I moved to Belgium when I was 10y old and haven’t been back to Germany since. At the time I was fluent in German, but 40 years later, I hope to use the three months in Freiburg to recover as much as possible. Of course, it isn’t just about the language but also reconnecting to the German culture and lifestyle I still vaguely remember.

On a professional level I look forward to meeting and discussing basic income with a whole group of students — master, PhD and postdocs — at GWP and FRIBIS. Meeting fresh faces and discussing their and my research is what research visits are all about. As you become more senior in your career, you start to realise that the really exciting new ideas often come from people at the start of their career. So I’m keen to learn and explore collaborating with both students and faculty in Freiburg. At the same time, I also look forward to connecting again with broader research communities in Europe, which is much easier to do from Freiburg than from Valdivia in the south of Chile (where I normally live).

Are there any writing projects you want to focus on during your stay?

Funnily enough, yes! In addition to finishing up some small pieces of research, I’ll be working on three main areas of research. First, I will continue working on the policy impact of basic income experiments, which is an area of research strangely absent from much of the debate around basic income experiments. People talk about the design, implementation and findings of experiments, but no one really looks at what happens after. This is a project I have started with Joe Chrisp, which already led to a special issue of the European Journal of Social Security, but which we are now developing and expanding.

A second project is also related to basic income experiments. With my long-standing collaborator Lindsay Stirton, I plan to work on a paper that examines how to assure that political actors continue their initial commitment to funding, designing, implementing and evaluating a basic income experiment. It turns out that governments who make an initial political commitment to a basic income experiment immediately face all sorts of political pressures and circumstances that threaten this continued commitment. By looking at several of the recent cases (Finland, Ontario, Catalonia and Ireland) I hope to get more insight in what is the core problem and how we might think of protecting basic income experiments from loss of political commitment over time. This will be the topic of my public lecture on 27 April. Third, building on earlier work I published on the relation between basic income and exit from the labour market, I will explore the option of collaborating on some research in the political economy of basic income and the exit option with Prof Neumärker and several of the PhD students. These projects should keep me busy during the three months I’ll be visiting Freiburg.